Sonntag, 1. Januar 2017

Blog-Pause

Ein neues Jahr hat begonnen. Ein Jahr, in dem ich weiter in die Tiefe gehen möchte. Nicht an der Oberfläche bleiben will. In dem ich dazulernen und mich weiterentwickeln will. Ein Jahr, in dem ich mich noch vorbehaltloser, echter und umfassender Gott hingeben will. In dem ich Ihm entgegeneilen will, der mir näher ist, als ich selbst es bin.
Ein Schritt auf diesem Weg ins Innere ist eine Blog-Pause, von der ich noch nicht weiß, ob und wann sie beendet werden wird. Ich möchte insbesondere den Satz aus dem heutigen Evangelium "Sie bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach" für mich und alles, was mir in diesem Jahr geschehen wird, in die Tat umsetzen.
ER ist das Ziel meiner Sehnsucht
und die Quelle meiner Freude

Deshalb sage ich für den Moment: Danke für den Weg, den ihr hier mit mir gegangen seid. Für jede Ermutigung und jeden Rat. Danke für jedes begleitende Gebet und jede konstruktive Kritik.

Gott segne und begleite euch auf euren je eigenen und einzigartigen Wegen!

Bleibt durstig und auf der Suche nach Ihm, der euch schon von Ewigkeit her sucht!

Und falls ihr zwischendurch wissen wollt, wie es mir geht - dann schaut doch einfach im Kloster Helfta vorbei ;-)

Alles Liebe

Eure Sr. Pauline

Samstag, 24. Dezember 2016

Frieden

im Herzen. Gewürzt mit Dankbarkeit.
Es ist ok, dass ich liebe. Es ist ok, dass ich Schmerzen habe. Es ist ok, dass ich keine Lust habe. Es ist ok, dass ich so bin, wie ich bin. Mit all meinen Stärken und Schwächen.
Gott liebt mich. Unendlich. Bedingungslos. Ewig.

Das zu spüren und glauben zu können wünsche ich euch allen. Möge tiefer Friede euer Herz erfüllen - an diesem Heiligen Abend und jedem Tag, der kommt.


Donnerstag, 22. Dezember 2016

Nee,

dieses Jahr war einfach nicht meins. Ich bin froh, dass es jetzt bald vorbei ist und hoffe darauf, dass das nächste besser wird.
Erst der Bandscheibenvorfall, dann der schmerzende Zahn. Monatelange Schmerzen. Spritzen, Wurzelbehandlungen, Schmerztabletten und allergische Reaktionen. Und jetzt zum krönenden Abschluss wurde mir der Backenzahn gezogen. Quer durch gerissen. Nicht mehr zu retten. Das "Zahngezogenbekommen" gehört ganz klar zu den Top 3 der unangenehmsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens. Meine Befürchtungen wurden übertroffen - es war grausam. Und auch jetzt - drei Tage danach - bin ich noch nicht drüber weg.
Bis 2016 dachte ich, ich sei noch jung. Jetzt habe ich das Gefühl in diesem Jahr um mindestens zehn Jahre gealtert zu sein...

Samstag, 17. Dezember 2016

Ich strahle

Was für ein schöner Tag!
Nicht nur, weil ich in der Messe am Morgen Klarinette spielen durfte.
Nicht nur, weil mittags bei der Runde mit dem Hund die Sonne schien.
Nicht nur, weil ich ein Kompliment bekam.
Nicht nur, weil wir heute Nachmittag Sport gemacht haben (zwar noch in unserem Provisorium auf dem Speicher - aber ich bin schon voller Vorfreude auf den neu entstehenden Sportraum).

Heute ist ein schöner Tag, denn jetzt ist es soweit: die vierte Kerze brennt. Wir haben vor dem Abendessen wieder im dunklen Refektorium das Rorate gesungen. Und vorher in der Vesper haben die O-Antiphonen begonnen.
Ab jetzt ist der Advent noch intensiver - die Erwartung des Herrn noch größer - die Vorfreude auf Weihnachten noch tiefer.

Wie schön, dass ich heute hier sein darf!


Freitag, 16. Dezember 2016

Eine Tasse Kaffee spendieren

Während meiner Arbeit an der neuen Homepage habe ich eine Seite kennengelernt, auf der Fotos frei zur Verfügung gestellt werden. Wenn einem ein Bild so gut gefällt, dass man es benutzen möchte und herunterlädt, dann wird man ganz dezent gefragt, ob man nicht eine Tasse Kaffee spendieren möchte. Man muss nicht, aber man kann - wenn man mag - ein kleines Dankeschön geben.
Es widerstrebt mir um Geld zu bitten, und doch tue ich es jetzt hier und das nicht einmal besonders dezent. Einfach weil mir das Projekt so sehr am Herzen liegt. Und vielleicht habt ihr ja gar nichts dagegen, mir eine Tasse Kaffe zu spendieren. Vielleicht hat euch schon mal ein Post gefallen, geholfen, zum Nachdenken oder Lachen gebracht oder ihr sagt einfach "Danke für das Teilhabenlassen."
Ich freue mich jedenfalls riesig über jeden einzelnen Euro, der gerne gespendet wird. Das Projekt, um das es geht ist kein Kaffee, sondern die Einrichtung eines Sportraumes im Kloster. Training ist für mich insbesondere seit dem Bandscheibenvorfall echt wichtig und auch allen anderen Schwestern tut es gut, sich zu bewegen.
Wenn ihr die Idee eines Sportraumes im Kloster gut und unterstützenswert findet, dann könnt ihr hier spenden.

Vielen DANK und einen gesegneten vierten Advent!


Mittwoch, 14. Dezember 2016

Lieblingsmomente

Das kennt ihr sicher auch: es gibt so Momente, da geht es einem einfach immer gleich ein bisschen besser - egal wie es einem sonst so gerade geht. Momente, die man einfach gern haben muss. Lieblingsmomente eben. Es gibt solche, die überraschend und unerwartet kommen, aber es gibt auch solche, die fest im Tages- oder Wochenplan drin sind.
Momente, die wie verlässliche gute alte Bekannte einfach immer wieder da sind und einem ein wohliges Seufzen und ein kleines Stück Glück schenken.
Für manche ist das vielleicht der Moment in dem der erste Kaffee am Morgen fertig ist, für andere vielleicht das Über-die-Schwelle-treten beim Verlassen des Arbeitsplatzes am Freitag Nachmittag.
Schon lange ein Lieblingsmoment für mich ist die Komplet am Abend. Ein weiterer absoluter Lieblingsmoment, der mir jedes Mal ein Lächeln entlockt, ist der Psalm 114 in der Vesper jeden Montag.

Am vergangenen Wochenende habe ich in meiner Zelle eine Gebetsecke eingerichtet. Etwas, das ich schon lange vorhatte, aber immer wieder vor mir hergeschoben habe. Und plötzlich wird für mich eine Zeit zu einem Lieblingsmoment, die ich bisher meistens verschlafen habe: die Zeit für die persönliche Meditation vor der Messe am Morgen. Jetzt freue ich mich schon während der Vigil und Laudes auf diese Zeit des intimen Verweilens bei Gott.
Schön, dass es diese Momente gibt!


Dienstag, 13. Dezember 2016

ein besonderer Ort

Die drei Fenster in der Morgensonne

Helfta wächst mir mehr und mehr ans Herz. Als ich hier ankam, dachte ich noch: "Ich liebe es hier zu sein. Nicht in erster Linie wegen des Ortes oder der Gemeinschaft, sondern vor allem weil ich das Leben hier liebe." Ich liebe den monastischen Rhythmus des Tages, die Ausrichtung auf Gott, das Zeit-haben fürs Gebet, das Leben in Gemeinschaft, die vielfältigen Herausforderungen jeden Tag. Es gibt einfach kein Leben, das ich lieber leben würde, als das klösterliche.

Sonnenaufgang von meinem Fenster aus gesehen

In den letzten Wochen ist mir dann immer wieder bewusst geworden, dass auch meine Liebe zu diesem Ort stetig zunimmt. Die Atmosphäre morgens in der Kirche, bevor der Tag beginnt und wenn nur zwei Kerzen den Kirchenraum schwach erleuchten. Der Himmel über Helfta, der mir jeden Tag aufs neue den Atem raubt. Die Kirchenfenster, durch die am Vormittag das Sonnenlicht fällt und die schon hier waren, als die heilige Gertrud hier lebte. Der Reiher, der täglich in unseren Teichen fischt. Das Refektorium, das schlicht und schön ist. Die Krypta aus der man immer wieder wie aus dem Inneren der göttlichen Gebärmutter hervortritt ans Licht...

Blick aus der Krypta in den Kirchenraum

Helfta ist ein besonderer Ort, den ich mittlerweile fest in mein Herz geschlossen habe. Auf den ersten Blick ist es nicht der schönste Ort, an dem ich je war (im Ernst: wie konnte man sich für diese Farbe beim Verputzen der Häuser entscheiden?), aber je länger ich hier bin, desto mehr erspüre ich die kostbare Einzigartigkeit dieses Ortes.