Montag, 31. Dezember 2012

Jahresende

Gleich ist es vorbei. Das Jahr 2012. Ein schönes Jahr war es. Reichlich gefüllt und gesegnet und ich bin sehr dankbar für alles, was war.
Mit Zuversicht, Vorfreude und Spannung blicke ich auf das Jahr 2013, das nun vor mir liegt. Da die erste Hälfte fast nur aus Prüfungen bestehen wird, freue ich mich besonders auf die zweite Hälfte, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, was mich da erwarten wird.
Denn obwohl die Weihnachtsoktav nun fast vorüber ist, dauert mein Advent - mein Warten - noch an. Noch immer warte ich auf die Antwort, von der so viel abhängen wird. Mal sehen, ob sie noch vor Ostern kommen wird...
Eines ist jedenfalls sicher: egal wohin der Weg gehen wird, ich werde an der Hand meines geliebten Bruders und Königs - an der Hand Jesu gehen. Möge ich ein Werkzeug sein in Seiner Hand, das Er gebraucht wo und wie Er will!

Samstag, 29. Dezember 2012

monastisch leben

Ich lese im Moment das Buch: Lectio Divina - Das Herz Gottes im Wort Gottes entdecken von García M. Colombás. Dabei bin ich auf einen Absatz gestoßen, der meiner Meinung nach eine sehr schöne Charakterisierung des monastischen Lebens ist. Er beantwortet die Frage: was ist eigentlich monastisches Leben?

"Was tun letztlich die Mönche nach der Regel Benedikts und der Tradition? Drei Dinge: beten, lesen und arbeiten. Sie arbeiten aus verschiedenen Gründen: weil es der Wille des Schöpfers ist, dass der Mensch arbeiten soll; um den Leib zu üben; weil sie arm sind, freiwillig arm, und sich den Lebensunterhalt verdienen müssen; um ein gutes Gleichgewicht in den alltäglichen Beschäftigungen zu bewahren und den Müßiggang und seine Folgen zu vermeiden; um die Not derer zu lindern, die ärmer sind als sie. 
Aber offensichtlich ist es zum Arbeiten nicht nötig, in ein Kloster einzutreten, oder Eremit zu werden. Das Charakteristische - wenn auch nicht Ausschließliche - des Mönches ist die Verbindung von Lesung und Gebet, d.h. das Ausharren im Dialog mit Gott, den noch nicht einmal die Arbeit unterbrechen darf."

Freitag, 28. Dezember 2012

die unschuldigen Kinder

eine der unzähligen Krippen im Haus
Wie ging es also weiter nach der Heiligen Nacht?
Am nächsten Morgen war eine erweiterte Laudes mit dem Evangelium von den Hirten. Die Vesper des ersten Weihnachtsfeiertages war wieder etwas früher als sonst (ich glaube hauptsächlich, damit die Schwestern am Ende des Tages früher ins Bett konnten, um den Schlafmangel der vorherigen Nacht wieder auszugleichen) und nach dem Abendessen wurden im Refektor gemeinsam Weihnachtslieder gesungen.

Am gestrigen Fest des Heiligen Evangelisten Johannes wurde der sogenannte Johannes-Wein geweiht und beim Mittagessen damit auf die Liebe des Heiligen Johannes angestoßen.

Heute dann war das Fest der Unschuldigen Kinder und wir haben traditionsgemäß den Konvent am Nachmittag zu uns in den Noviziatsgemeinschaftsraum eingeladen. Da wurde erzählt, gesungen und gelacht.

Aber am Interessantesten war für mich heute der folgende Gedanke: vor einigen Tage hatte ich einen Ausschnitt einer Sendung gesehen und dort wurde gesagt, dass es aus heutiger wissenschaftlich-historischer Sicht fast ausgeschlossen ist, dass der Kindermord des Herodes, von dem das Matthäus-Evangelium berichtet, überhaupt stattgefunden hat. Als ich also dann im Chorgebet die Lesung zu diesem Fest vorlas musste ich daran denken, dass wir wohl gerade eines Ereignisses gedenken, dass es nie gab - und fragte mich unwillkürlich welchen Sinn das dann hat. Und plötzlich fragte ich mich, ob die Erzählung nicht vielleicht einen tieferen symbolischen Sinn hat. Ob wir nicht alle, so wie Herodes in der Geschichte, manchmal aus Angst über "Leichen" gehen. Ob ich nicht selbst immer wieder aus Angst, dass zum Beispiel meine eigenen Pläne nicht gelingen, die unschuldigen Gedanken und Pläne anderer manipuliere oder ganz abwürge und töte. Und so war auf einmal aus einem Gedenken an ein längst vergangenes (und vielleicht nie stattgefundenes) und mich nicht wirklich berührendes Ereignis eine ganz persönliche Anfrage geworden.
Eine Herausforderung mich mit meinen Ängsten und den daraus resultierenden Verhaltensweisen kritische auseinanderzusetzen. Welches sind im übertragenen Sinne die "unschuldigen Kinder", die ich auf dem Gewissen habe?

schon vorbei

Zwar sind wir noch in der Weihnachtsoktav, aber die großen Feiertage mit dem schönen lateinisch gesungenen Chorgebet sind leider wieder vorbei. Wenn es nach mir ginge hätte es ewig so weiter gehen können...
Naja, das nächste Hochfest kommt bestimmt ;-)

Samstag, 22. Dezember 2012

O Völkerkönig - komm!


Der Tag des Festes der Menschwerdung Gottes nähert sich immer mehr. Es beginnt der vierte Advent und sogleich folgt die Stille Nacht. Und genau in dieser Woche habe ich Chordienst! Was für eine Freude. Eine Woche Chordienst und quasi drei Sonntage. Und noch dazu den Lektorinnendienst. Das kommt davon, wenn man mal grade keine Vorlesungen hat  ;-)
Im Noviziat haben wir heute schon einmal den Weihnachtsbaum geschmückt und ich hatte die letzten Tage schon befürchtet, dass heute so viel los sein könnte, dass wir keinen Sport machen können, aber dem war zum Glück nicht so. Und wer weiß, vielleicht können wir in der nächsten Woche sogar ein paar mal öfter machen...
Mal sehen.
Dummerweise hab ich mir beim Volleyball den kleinen Finger verstaucht. Er ist schon ziemlich dick geworden. Ein Glück, dass ich ihn für das Stück, das ich morgen bei der Adventsfeier im Konvent mit der Klarinette spielen soll, nicht brauche.

Unser Vers für den morgigen Sonntag ist aus Offenbarung, Kapitel 22, Vers 20: "Komm, Herr Jesus!"
Dieser Ruf soll uns den Tag hindurch begleiten und unsere Sehnsucht und unsere Vorfreude auf SEIN Wiederkommen stärken.

Und für den 24. Dezember hoffe ich von ganzem Herzen, dass wir alle die Gelegenheit haben werden einfach eine halbe Stunde ganz still bei Jesus zu sein.

Der HERR segne euch alle und schenke euch ein gnadenreiches Weihnachtsfest!

Freitag, 21. Dezember 2012

O Aufgang


Heute war es endlich so weit. Nach fast zwei Jahren konnten wir unser provisorisches Refektorium wieder verlassen und zurück in unser frisch renoviertes Refektorium ziehen. Es war ganz ungewohnt und fühlte sich noch etwas unwirklich an, aber ich bin froh. Schon allein, weil ich jetzt einen Platz habe, von dem aus ich aus dem Fenster gucken kan...
Und dann kamen heute wieder zwei Päckchen für mich an. So langsam füllt es sich unter meinem imaginären Weihnachtsbaum  ;-)
Ach ja und richtige Weihnachtsbäume sprießen an allen Ecken und Enden aus dem Boden. Bin mal gespannt, wieviel Stress es wird die alle zu schmücken...
Und dann habe ich heute (mit reichlich Verspätung) eine Amaryllis ausgepackt, die mir schon vor etlichen Wochen geschenkt worden war. Die Zwiebel war in einer Pappschachtel und ich dachte, dass sie da einfach so vor sich hin drin ist. Und es hat sich rausgestellt, dass sie in der Schachtel, ohne jedes Zutun schon Blüten getrieben hat. Der Stiel macht einen 180° Bogen und die Blüten zeigen nach unten, aber die Gärtnerin meinte die Pflanze würde sich wieder erholen und aufrichten. Sieht jedenfalls für den Moment etwas lustig aus, aber sie ist jetzt schön eingetopft und ich werde sie brav gießen.
Danke nochmal an dieser Stelle für das schöne Geschenk!!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

O Schlüssel Davids


Der heutige Donnerstag war von vorne bis hinten gelungen und wunderschön. Am Morgen ein super interessanter Seminarvortrag über die Physik des Skisports, dann schöne Experimente, ein nettes Mittagessen in angenehmer Gesellschaft, am Abend noch ein Seminar und zum Abschluss ein Schüler-Weihnachts-Konzert. Toll!
Einziges Problem für den Augenblick: Akuter Schlafmangel....
Morgen letzter Vorlesungstag und dann kann Weihnachten kommen!

Mittwoch, 19. Dezember 2012

O Wurzel Jesse


Vor Dir verschließen Könige ehrfürtig ihren Mund...
Wie könnten wir da nicht auch still werden und einfach nur noch staunen bei dem Wunder, das sich da ereignet?
Alle Menschen suchen IHN - bewusst oder unbewusst. Wir wollen es ganz bewusst tun. In jedem Gegenüber, in jedem Moment. IHN suchen. Und leben.

Für mich war heute ein sehr schöner Tag. Nicht in erster Linie, weil besonders Tolles passiert wäre - einfach weil ich produktiv war und sinnvolles getan habe.
Das perfekte i-Tüpfelchen, um den Tag zu krönen war dann ein Päckchen vor der Tür, als ich nach Hause kam. Mein erstes Weihnachtsgeschenkt liegt (noch verpackt) in meinem Zimmer!

Dienstag, 18. Dezember 2012

O Adonai


Was soll ich sagen? Irgendwie tue ich momentan wieder zu wenig das, was ich eigentlich sollte. Es scheint mir, als würde mich das Warten für den Moment mehr Lähmen, als mich mein Ziel motiviert...
Ich weiß, dass ich das "Jetzt" leben sollte. Jeder Moment ist kostbar. Aber ich wünschte, es wäre einfach schon ein paar Wochen später...

Montag, 17. Dezember 2012

O Weisheit

Heute haben die Tage mit den O-Antiphonen begonnen. Bis Weihnachten werden jeden Tag als Vers beim Alleluja in der Messe und als Antiphon des Magnifikat in der Vesper die jeweiligen O-Antiphonen gesungen. Heute war es: O Weisheit...

Ich bin heute aus Versehen in eine Soziologievorlesung reingeplatzt. Ich betrat das Audimax natürlich auch noch vorne direkt neben der Tafel, sodass sogleich hunderte Augenpaare auf mich gerichtet waren. Das Lustige an der Sache war, dass der Professor gerade darüber sprach, dass manche Berufsgruppen bestimmte Kleidung tragen und andere nicht. Und da stand ich ich in voller Montur und alle mussten mal lachen. Ich bin dan wieder gegangen, da ich offensichtlich im falschen Hörsaal gelandet war und musste schmunzeln über den Humor Gottes, der mich genau in dem Moment da rein geschickt hat.

Sonntag, 16. Dezember 2012

eine Phase?

Heute beim Mittagessen habe ich mich über das Kassler gefreut. Zusammen mit Sauerkraut und Kartoffelbrei ist das in meiner Familie das traditionelle Essen am Heiligen Abend. Als ich mich also über das Fleisch freute musste ich daran denken, dass ich mal eine vegetarische Phase hatte.
Und dann fiel mir ein, dass ich schon so einige Phasen hatte in meinem Leben. Unter anderem auch eine Dreadlock-Phase. Und plötzlich fragte ich mich, ob mein Leben womöglich nur aus Phasen besteht.
Was ist, wenn auch mein "im-Kloster-leben" nur eine Phase ist?
Was ist, wenn ich ein Mensch bin, der nichts wirklich dauerhaft machen kann?

Wochen-Meditations-Plan

Hier die Verse für die tägliche halbe Stunde mit Gott:

Montag: Mehr als alles hüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus. (Spr 4, 23)

Dienstag: Höre auf die Stimme des Herrn und halte dich an IHM fest; denn ER ist DEIN Leben. (Dtn 30, 20)

Mittwoch: So spricht der Herr: Sucht mich, dann werdet ihr leben. (Am 5, 4)

Donnerstag: Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht. Ich habe euch erwählt, damit ihr euch aufmacht und Frucht bringt. (Joh 15, 5.16)

Freitag: Gott nahe zu sein ist mein Glück. ER ist der Fels meines Herzens. Auf IHN setze ich mein Vertrauen. (Ps 73, 26.28)

Samstag: Meinem Geliebten gehöre ich, und mir gehört der Geliebte, der in den Lilien weidet. (Hld 6,3)

Samstag, 15. Dezember 2012

3. Adventswoche

Auf dem Weg in die Stille möchte ich in der letzten Adventswoche jeweil nur ein bis zwei Verse vorgeben.
Mein Vorgehen damit ist dann so, dass ich die Worte zu Beginn der halben Stunde so oft wiederhole bis ich sie ganz verinnerlicht habe und nicht mehr ablesen muss. Nach einiger Zeit werde ich dann ganz still und verweile hörend in der Gegenwart Gottes. Wenn die Gedanken abschweifen, kann man sie mit dem Bibelvers wieder zurückholen.
So werden wir jeden Tag einen Satz tief in unser Herz eingraben und eine halbe Stunde fast komplett schweigend die liebende Gegenwart des Herrn genießen.


Wir beginnen am morgigen Sonntag mit Sprüche 3, Verse 5 und 6:

"Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit; 
 such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade."

Freitag, 14. Dezember 2012

wieder was gelernt

Im Moment lerne ich jede Menge. Nicht nur an der Uni. Es ist interessant, wie man an manchen Tagen das Wichtigste unterwegs lernt. Gestern zum Beispiel. Ich saß im Zug neben jemandem, der auf seinem Rechner an seinen Bildern arbeitete - jeder Menge Bilder. Und in dem Gespräch, das sich dann entwickelte, erfuhr ich von der Möglichkeit Bilder mit einer Datenbank zu verwalten. Im Nachhinein ist es mir ein absolutes Rätsel, warum ich nicht früher von allein auf den Gedanken gekommen bin, dass es sowas geben muss. Wieder was gelernt.
Und hoffentlich in Zukunft viel Zeit mit Suchen gespart...
Heute war von einem Seminar aus eine Exkursion angesagt. Wir haben ein Schülerlabor besucht und einen echten Raumfahrt-Kontrollraum gesehen. Wir haben etwas über Navigation mit Satelliten und Beobachtung der Erde aus dem Weltraum gelernt und selbst ein bisschen experimentieren dürfen.
Was ich zum Beispiel vorher nicht wusste: Auf dem Mond wurde ein Reflektor aufgestellt, den man mit einem Laser anstrahlen kann, um die Entfernung Mond-Erde genau zu bestimmen. Wieder was gelernt.
Mal sehen, was es morgen zu lernen gibt.

P.S.: Ich glaube nicht, dass die jemals zuvor in dem Raumfahrtzentrum eine Nonne gesehen haben...  ;-)

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Winter

Es ist ein wunderschöner Winter. Und ich genieße ihn. Heute morgen bei der Zugfahrt übers Land konnte man in der aufgehenden Sonne die von Reif überzogenen Bäume bewundern. Traumhaft schön.
Vor ein paar Tagen, als es stundenlang geschneit hatte, fuhr durch einen S-Bahnhof stadtauswärts ein Regionalexpress. Er wirbelte nach allen Seiten ordentlich Schnee auf und es war eine Wonne das Schauspiel anzusehen.
Ansonsten gehen meine Tage so dahin, ohne dass etwas außergewöhnliches geschehen würde. Ich bewältige meine Uni-Tage mal mehr mal weniger motiviert und freudig und bin eigentlich mit meinen Gedanken woanders.
Ich glaube nie zuvor habe ich einen Advent in so intensiver Erwartungsstimmung verbracht. In den nächsten paar Wochen wird sich Grundlegendes entscheiden. Und für den Moment kann ich nur abwarten. Gespannt warten auf verschiedene Rückmeldungen.

Sonntag, 9. Dezember 2012

eine ewige Profess und ich

Also heute Früh war ja das Kapitel aus dem Buch Baruch dran. Ich kann nicht sagen, dass mich irgendein Satz besonders angesprochen hat. Irgendwie war ich froh den Text einfach immer und immer wieder lesen zu können, da meine Gedanken immer und immer wieder abschweifen wollten und so zurückgeholt werden konnten.

Der gestrige Tag hat mich heute noch sehr beschäftigt. Passenderweise hat mich auch mein gestriger Satz heute noch weiter begleitet. Von allen Sätzen im Buch des Hohenliedes war es augerechnet dieser:

"Komm, mein Geliebter, wandern wir auf das Land..." (Hld 7,12)

Ich habe mir fast gewünscht es wäre ein anderer und habe es nochmal gelesen, aber obwohl ich einen anderen wählen wollte, war es dieser, der mir den ganzen Tag immer wieder kam.
Die Feier der ewigen Profess war ganz schön. Die Messe mit dem Professritus hat rund zwei Stunden gedauert und das für mich Überwältigendste war das Gefühl: "Ich kann das nicht!" Ich bin einfach noch lange nicht so weit diesen krassen Schritt gehen zu können.
Mit diesem komischen Gefühl im Bauch war es richtig schwer sich mit der überglücklichen Professbraut zu freuen...

Wochenleseplan

Wir halten uns in dieser Woche zum großen Teil an die Lesungen, die uns die Kirche für die Liturgie vorgibt. Sie passen einfach wunderbar.

Montag: Jesaja, Kapitel 35

Dienstag: Jesaja, Kapitel 40, 1-11

Mittwoch: Jesaja, Kapitel 40, 25-31

Donnerstag: Psalm 145

Freitag: Jeremia, Kapitel 31, 2-14

Samstag: Jesaja, Kapitel 61

Samstag, 8. Dezember 2012

auf die Schnelle

Leider war heute nicht viel Zeit, und auch jetzt habe ich eigentlich keine, da ich noch den Tisch decken und singen üben muss, also nur ganz schnell die Lesung für morgen:
Buch Baruch, Kapitel 5.

Freitag, 7. Dezember 2012

Alles vermag ich...

Im heute gelesenen Philipperbrief gab es wieder einige sehr schöne Stellen. Aber für mich blieb es bei meinem Thema der Kraft und Zuversicht. Mein Satz für diesen Tag war Kapitel 4, Vers 13:

"Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt."

Gerade jetzt, wo die Prüfungstermine für die schriftlichen Prüfungen veröffentlicht wurden und ich erfuhr, dass ich bei den mündlichen Prüfungen manches nicht so machen kann, wie ich es vorhatte, hat mir dieser Satz wieder zu einer rundum positiven Einstellung verholfen.

Jetzt freue ich mich schon auf das alttestamentliche Hohelied morgen, das sehr gut passt, da morgen hier im Haus eine ewige Profess sein wird.

Ab Sonntag möchte ich gerne getreu dem Motto "Von vielen Worten zu wenigen Worten" jeden Tag nur einen Abschnitt eines Buches lesen. Es wird nicht immer, aber sehr häufig ein Abschnitt des Buches Jesaja sein.
Während wir in der vergangenen Woche in der halben Stunde mit Gott jeweils ein Buch ein bis maximal zweimal lesen konnten und es darum ging das ganze in seinem Gesamtzusammenhang zu sehen, werden wir in der kommenden Woche die Zeit haben jeden Satz unseres gewählten Abschnittes ganz bewusst zu verkosten.
Ich schlage vor den Abschnitt erst ein- bis zweimal zügig zu lesen, und dann langsam Satz für Satz wieder und wieder nachklingen zu lassen.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Ein starkes Herz

Heute morgen habe ich mich riesig gefreut. Der erste Satz, der mich berührte war Kapitel 4 Vers 8:

"Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern."

Ein wunderschöner Satz, mit dem ich eigentlich schon zufrieden gewesen wäre. Aber als ich weiterlas sprang mich im 5. Kapitel wiederum Vers 8 an:

"Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor."

 Besser kann man es wohl kaum auf den Punkt bringen, um was es im Advent geht. Mit diesem Satz machte ich mich dann auf den Weg - auf den Weg zum Bahnhof, zur Uni, zur Mensa... und Erstaunliches geschah.
Meine Motivation zu diesem Studium ist momentan sehr gering. Und manche Tage (vor allem Diens- und Donnerstage) sind besonders geeignet, um innerlich zu murren und zu jammern. Dann geht es in meinem Kopf ungefähr so: "Ich will nicht! Ich hab keine Lust! Das ist alles so öde! Und ausgerechnet heute ist wieder dieses Seminar! Und noch dazu mit Anwesenheitspflicht und ich kann nicht einfach früher heim. Und wozu soll das ganze überhaupt gut sein?"


Aber heute - gerade, als diese Tirade wieder losging, fiel mir mein Satz ein: "Macht euer Herz stark!"
Und ich dachte mir: "Ja, sei doch einfach mal stark. Das bisschen ist doch kein Problem - und so schlimm wird es schon nicht werden - und außerdem die Ankunft des Herrn steht nahe bevor."

Und irgendwie konnte ich plötzlich positiv in meinen Uni-Tag starten. Und ich hatte das Gefühl, dass ich selbst einen Beitrag dazu leisten kann, dass mein Herz stark wird. Ich muss nicht einfach nur immer darum beten, dass sich da was ändert (das schadet ja trotzdem nix), sondern ich kann selbst meinen Beitrag dazu leisten. Ich kann mit ein bisschen "Gedanken-Hygiene" innerlich an Kraft gewinnen!
Wow.

Nachdem ich darum gebeten wurde, will ich versuchen die Texte früher bekannt zu geben. Ich kann nicht versprechn, dass es mir immer gelingen wird, aber ich werde mir Mühe geben.
Morgen ist der Philipperbrief dran und am Samstag dann das Hohelied.
Und mit dem zweiten Advent werden wir dann in eine neue Phase eintreten.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Vor allem

Heute war der erste Tag, an dem mich mein am morgen gewählter Vers wirklich den ganzen Tag hindurch begleitet und mir immer wieder ins Bewusstsein kam. Es war Vers 14 des 3. Kapitels des Kolosserbriefes:

"Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht."

Diesen Satz kann man sich einfach nicht oft genug zu Herzen nehmen!
Morgen lesen wir dann den Jakobusbrief; und keine Sorge - zum Abschluss der Woche kommt am Samstag auch wieder etwas Alttestamentliches dran ;-)

Dienstag, 4. Dezember 2012

ein Bild aus der Erinnerung

Das war irgendwie wieder typisch für mich (obwohl es mir so noch nicht passiert ist). Ich komme pünktlich zum Bahnhof und als der Zug einfährt, fällt mir ein, dass ich mein Ticket zu Hause vergessen habe. Also wieder heimlaufen, Ticket holen, Schule anrufen, dass ich mich verspäte und wieder zum Bahnhof und erst eine Stunde später als geplant wegkommen...
Aber in der Schule dann (es ist ein Praktikum einmal die Woche und ich sitze hintendrin) konnte ich ganz gut beten. Und es war vor allem der Satz von gestern, der mir immer wieder kam.

Und es fiel mir ein Bild wieder ein, das tief in meiner Erinnerung vergraben war. Als ich vor jetzt fast fünf Jahren hier zu Besuch war, da kam mir dieses Bild.
Es ist ein wunderschöner und wolkenloser Sommertag und links und rechts vom staubigen Feldweg sind bis zum Horizont reichende goldene Getreidefelder. Ich bin ein kleines Kind und gehe an der Hand eines Mannes - an der Hand Jesu. In der Ferne ist eine Kreuzung und ich bleibe immer wieder stehen und sage: "Da kommt eine Kreuzung und ich weiß nicht wohin. Ich war hier noch nie und kenne mich nicht aus. Was soll ich nur machen? Welchen Weg soll ich gehen?"
Und Jesu' Antwort ist: "Vertrau mir. Ich kenne den Weg. Bleibe einfach an meiner Hand."
Und wie damals hat mich dieses Bild wieder mit Zuversicht gestärkt. Ich gehe den Weg mit IHM. Das ist das Wichtigste.

Für heute hatte ich mir aus dem 1. Johannesbrief den folgenden Vers gewählt (1.Joh 2,6):
"Wer sagt, dass er in IHM bleibt, muss auch leben, wie ER gelebt hat."

Leben, wie ER gelebt hat. Das ist ganz schön harter Tobak. Eine Herausforderung, die wir jeden Tag neu angehen müssen. Mal sehen, was uns morgen der Kolosserbrief dazu sagt.


Montag, 3. Dezember 2012

von Computern und Menschen

Heute war wieder ein Tag wie viele andere, an dem ich viele Stunden am Computer saß. Für verschiedene Arbeiten geht es einfach nicht anders. Da muss man manchmal aufpassen, dass man nicht den Kontakt zu den Menschen verliert.
Aber eigentlich hatte ich davon heute auch genug.
Also für morgen nehmen wir uns mal den 1. Johannesbrief vor. Da lernen wir glaube ich einiges über den Umgang miteinander.
Viel Freude beim Lesen!

die Wege des Herrn

Dieses Jahr habe ich einen Adventskalender : )
Es haben hier gestern als ich ankam gute und schlechte Nachrichten auf mich gewartet.
Vor meiner Tür stand ein völlig unerwartetes Paket und darin war ein selbstgemachter Adventskalender für mich.
Mann, hab ich mich gefreut! Darin war gleich passenderweise eine Bienenwachskerze und für den zweiten Tag zwei Teebeutel.
Perfekt.



Andererseits hing vor der Kapelle bei den Bitten für's Gebet die Nachricht, dass sich ein junger Bruder in einem nicht weit entfernten Kloster das Leben genommen hat. Er war gerade mal drei Jahre älter als ich.
Ich weiß nicht was die Hintergründe sind. Ich kannte ihn nicht und kenne sein Kloster, seine Familie und seine (Krankheits-)Geschichte nicht. Aber es ist tief erschütternd.
Mir fehlen die Worte.

Bei der Lectio heute Früh habe ich aus dem Buch Micha den Vers 2 des Kapitels 4 für mich für den heutigen Tag gewählt. In kleiner Abwandlung:

"ER zeige mir seine Wege,  auf SEINEN Pfaden will ich gehen."

Sonntag, 2. Dezember 2012

so beginnt mein Advent

Puh, ich bin gerade eben wieder in meinem Kloster angekommen. In der letzten Woche war ich bei einer Studienwoche von Theologie im Fernkurs und heute ging es dann erst mit dem Auto und dann mit dem Zug stundenlang zurück. Natürlich hatte auch gleich der erste Zug Verspätung, so dass ich meinen Anschlusszug verpasste und erstmal ne knappe Stunde auf den nächsten Zug warten musste....
Naja und irgendwie ist in all dem mein Satz, den ich mir heute immer wieder wiederholen wollte, ziemlich untergegangen. Sicher - das ein oder andere Mal habe ich daran gedacht, aber leider viel zu selten. Ich hoffe mal, dass das morgen besser wird.
Apropos morgen: nachdem wir uns heute für den Advent mit dem Epheserbrief "gerüstet" haben, wollen wir morgen mal eine der alttestamentlichen Verheißungen zum Kommen des Heilandes anschauen und das Buch Micha lesen.
Ich freu mich schon drauf.

Achten auf das Wort

Passend zum ersten Adventssonntag ist heute Früh draußen alles weiß.
Ich möchte aus den biblischen Texten, die ich in dieser Woche lese, jeden Morgen einen Satz mitnehmen in den Tag. Ganz besonders bedenken und mir immer wieder in Erinnerung rufen.
Aus dem heute gelesenen Epheserbrief wähle ich den Vers 29 des Kapitels 4 und formuliere ihn so um, dass er mich direkt anspricht, wenn ich ihn ausspreche:

"Über deine Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt."

Die monastische Tradition nennt dieses ständige Wiederholen eines biblischen Verses ruminatio was soviel bedeutet wie Wiederkäuen.
Welchen Vers wählt ihr, um ihn heute "durchzukauen"?

Samstag, 1. Dezember 2012

1. Adventswoche

Ich war vorhin in der Vorabendmesse und in der Lesung hat es mich plötzlich gepackt: Es ist Advent. Es ist Advent!
Und ein Gefühl der Freude durchströmte mich. Ich liebe die violetten Messgewänder, die Adventslieder und die Kerzen, aber das ist es nicht allein. Es ist vor allem die Atmosphäre des gespannten Erwartens, die einfach wunderschön ist.
In der Predigt heute fiel der Satz: Gott will kommen. Und wir sollten IHM sagen: Willkommen!
Ich würde mich freuen, wenn viele mitmachen und sich im Advent wenigstens eine halbe Stunde am Tag freischaufeln, um sie mit Gott zu verbringen.
Jeden Tag zur gleichen Zeit, am gleichen Ort, vielleicht mit einer brennenden Kerze und einem kleinen Einstiegsgebet.
Ich möchte mit euch einen Weg gehen von vielen Worten zu immer weniger Worten. In der ersten Woche lesen wir jeden Tag ein kleines biblisches Buch. Ich stelle immer wieder fest, dass es einfach etwas besonderes ist ein biblischen Buch in einem Stück zu lesen.
Und ich freue mich auf Kommentare; wenn euch ein Satz besonders anspricht oder euch ein Gedanke kommt, dann teilt ihn einfach mit uns.

Ich lade alle zum Mitmachen ein und morgen, am ersten Adventssonntag den Epheserbrief zu lesen.