Mittwoch, 20. März 2013

ich bin dann mal still...

...und ziehe mich nach meinen überstandenen schriftlichen Prüfungen für zwei Wochen zurück.
Ich wünsche euch allen gesegnete Kar- und Ostertage und bitte um euer Gebet.

dieses Jahr werde ich Ostern hier verbringen - ohne Internet.

Montag, 18. März 2013

dort wo ich bin

Wo ist mein Platz? Und in welcher Form und Farbe soll ich mich entfalten?

Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das sagt: "Dort wo Gott dich hingesät hat, sollst du blühen." Man kann es auf viele Bereiche seines Lebens anwenden. Vielleicht kann es auch einen Hinweis geben für meine Überlegungen von gestern. Eine Aufforderung nicht so sehr an das Elend der ganzen Welt zu denken, da dabei das Gefühl der Ohnmacht übermächtig werden kann und man Gefahr läuft zu resignieren und nur noch hier und da ein bisschen das Gewissen zu beruhigen.
Wir hatten in den letzten Wochen als Tischlesung ein Buch über Mutter Teresa und sie sagte auch etwas in dieser Richtung. Sie sagte denen, die im "reichen Westen" leben, dass sie nicht nach Indien kommen sollen, um dort große Wohltaten für die Menschheit zu tun, sondern dass sie dort wo sie sind für ihre Nächsten da sein sollen.
Das scheint mir eine gewaltige Herausforderung zu sein, weil es viel konkreter und damit anspruchsvoller ist. Was kann ich den Menschen in meiner Umgebung Gutes tun? Woran mangelt es ihnen? Wie kann ich da helfen?
Denn ist es nicht auch eine Art Armut, wenn ich trotz Geld keinen Sinn in meinem Leben sehe? Wenn ich Geld habe, aber keine Freunde und Verwandten? Wenn ich reiche Eltern habe, aber die nie Zeit für mich finden? In unserem Land mag es nicht viele geben, die zu verhungern drohen, aber das heißt nicht, dass es nicht noch ganz andere Arten von Armut gibt.
So will ich mich fragen, welches die Not meiner Zeit - meiner Umgebung und Gesellschaft - ist, bei deren Bekämpfung ich einen Beitrag leisten kann. Oder ganz traditionell gefragt: "Was kann ich tun zum Aufbau des Reiches Gottes?"
Dabei darf ich allerdings auch nicht ins andere Extrem verfallen. Die globalen Probleme dürfen nicht aus dem Blick geraten. Und da freut es mich zu sehen, dass viele umdenken und überall Initiativen entstehen. So habe ich heute Plakate gesehen für einen sogenannten Heldenmarkt, eine Messe für nachhaltigen Konsum, oder wie es im Untertitel hieß: Shoppen für Weltverbesserer. Wir müssen uns bewusst sein, welche Auswirkungen unser Konsumverhalten hat. Und dann stieß ich heute Abend noch auf dieses Video, in dem es um den Kampf gegen die Wüstenbildung geht. Dieser Vortrag mit seinen Informationen und Bildern macht Hoffnung.

Sonntag, 17. März 2013

arm für die Armen!?

Das Foto habe ich im Sommer 2007 in Irkutsk, Sibirien, gemacht und frage mich: was kann ich tun angesichts der Armut auf der Welt?

Unser Papst Franziskus hat gestern vor Journalisten diesen Satz gesagt: er wünscht sich eine arme Kirche für die Armen. Das hat in mir eine längere Gedankenkette angeschubst, die ich versuchen will etwas zu entwirren und darzulegen.
Die Kirche - das ist nicht allein der Papst, nicht allein der Vatikan - das sind wir alle, die wir Glieder dieses Leibes Christi sind. Wir alle zusammen bilden diese Kirche. Wenn also das Haupt dieses Leibes von einer armen Kirche spricht, die er sich wünscht, dann ist dies eine Aufforderung für einen jeden von uns. Damit wir eine arme Kirche für die Armen sein können muss jeder von uns ein armer Christ für die Armen sein.
Damit stellt sich die Frage, was das konkret für mich und mein Leben bedeutet.
Ich muss meinen Umgang mit Geld und materiellen Gütern überdenken. Selbst, wenn ich zu dem Schluss komme, dass damit nicht Armut im Sinne echter Not, sondern ein einfacher Lebensstil, der den wirklich Armen zu Gute kommt, gemeint ist, kann das weitreichende Folgen für mein Leben haben. Einige Dinge sind in diesem Zusammenhang recht einfach. Es kann zum Beispiel bedeuten selbst bei einem entsprechenden Einkommen nicht in einer Villa, sondern in einer einfachen Wohnung zu leben und die Preisdifferenz zu spenden. Aber in vielen Dingen ist die Entscheidung sehr viel schwieriger. Ist es zum Beispiel unnötig teure Schuhe zu kaufen? Sollte ich statt dessen die Billigeren nehmen und die Differenz spenden? Oder halten vielleicht die Teureren länger und spare ich am Ende dadurch, dass ich seltener Neue kaufen muss? Und wie werden die billigen Schuhe produziert?
Wenn meine Armut den Armen zu Gute kommen soll, dann heißt es doch, dass ich unter Umständen teurere Dinge kaufen muss, wenn ich dafür weiß, dass im Herstellungsprozess keine Menschen ausgebeutet werden.

Außer dem Umgang mit Geld (zu dem es sicher noch viel, viel mehr zu sagen gäbe) gibt es auch noch den Umgang mit Lebensmitteln zu bedenken. Ich selbst gehöre zu Menschen mit Übergewicht und heute frage ich mich, ob nicht jedes Kilo Fett zuviel auf meinen Rippen eine wabernde Anfrage an mein Gewissen darstellt. Wie kannst du ruhigen Gewissens schlemmen, wenn so viele Menschen vor Hunger sterben? Müsste einem bei dem Gedanken daran, dass es unzählige Menschen gibt, die soviele Kilos reine Fettmasse mit sich schleppen, wie andere hungernde Menschen insgesamt wiegen, nicht jeder Appetit vergehen?

Und so, wie jeder Christ sich diese Fragen stellen sollte, so denke ich muss sich auch jedes Kloster diese Fragen stellen. Was kann es für uns bedeuten ein armes Kloster für die Armen zu sein?

Ich bin gespannt, was unser Papst alles in Gang setzen und verändern wird. Vielleicht vermag er als Haupt der Kirche ein Leben zu führen, das uns beschämt und eine ständige Anfrage an unser Gewissen ist. Vielleicht kommt es soweit, dass niemand in dieser Kirche mehr ein ruhiges Gewissen hat, der in übermässigem Reichtum und Luxus lebt - egal ob Kardinal, Manager, Politiker , Celebrity oder Ordensmensch.

Donnerstag, 14. März 2013

schon Mittwoch

Wetten sollte ich wohl besser keine abschließen. Ich scheine immer ziemlich daneben zu liegen mit meinen Tipps.
Letzte Woche war es ziemlich klar, dass meine Schwester ihr Kind bekommt. Ich hatte ja auf Donnerstag getippt, aber das Baby kam dann schon Mittwoch.
Diese Woche war ziemlich klar, dass ein neuer Papst gewählt werden würde. Ich war mir sicher, dass die zwei-Drittel-Mehrheit nicht vor Donnerstag erreicht werden würde, aber dann waren sich die Kardinäle schon Mittwoch ziemlich einig.
Naja, wenigstens ist klar, wie es nächste Woche aussieht. Ich werde sicher nicht schon Mittwoch, sondern erst am Donnerstag auf Reisen gehen.
Und zum Glück geht es ja nicht darum, dass die Ereignisse dann eintreffen, wann ich denke, sondern was sie bringen. Und da bei der Geburt alles gut gelaufen ist und man sich meiner Meinung nach auch sehr über den neuen Papst freuen kann, gibt es wirklich keinen Grund sich zu beschweren :-)

Dienstag, 12. März 2013

wo ist der Frühling?

Ich sehne mich nach Sonne. Nach einem Fitzelchen Frühling. Aber nach ein paar Sonnenstrahlen in der letzten Woche haben wir jetzt wieder trübes Wetter soweit das Auge nur reicht.
Auch die nächsten beiden Prüfungen, die in der kommenden Woche auf mich warten, vermögen leider meine Laune nicht zu heben...
Wenn es nur schon vorbei wäre!
Da fällt es viel leichter Pläne zu schmieden und in Träumereien zu versinken, als zu lernen. Obwohl ich doch zum Glück sagen kann, dass mir das Lernen diese Woche leichter fällt, als in der Woche vor den letzten Prüfungen. Vielleicht weil diese so schwer waren, dass mir klar wurde, dass es wirklich nötig ist...

Montag, 4. März 2013

Lasst mich in Ruhe!

Heute morgen bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht. Mit der Sorte Kopfschmerzen, von der ich weiß, dass sie mich einmal im Monat heimsucht, einen Tag dauert und mit nichts schneller wegzukriegen ist. Nichts hilft. Weder viel trinken, noch Kopfschmerztabletten, noch schlafen.
Mit diesen Kopfschmerzen machte ich mich also auf den Weg zu meiner Prüfung, die von 8.00 Uhr bis 12.30 Uhr dauerte, und in der ich große Mühe hatte mich einigermaßen zu konzentrierten. Danach war ich total k.o. und geplättet. Als ich endlich daheim angekommen war sagte ich ein paar Leuten Bescheid, dass ich es überstanden habe und wieder zurück bin.
Dann wollte ich für mich für eine Stunde hinlegen. Kaum hatte ich die Decke über den Kopf gezogen, klingelte das Telefon. Meine Mutter wollte wissen, wie es gelaufen war. Als ich es ihr erzählt hatte, kroch ich wieder in mein Bett und kaum hatte ich die Decke über den Kopf gezogen, da klingelte das Telefon. Mühsam erhob ich mich wieder und ging dran. Eine Mitschwester, die wissen wollte, wie es gelaufen war. Als ich es ihr erzählt hatte und wieder in mein Bett gefallen war und gerade die Decke über den Kopf gezogen hatte, da klingelte das Telefon. Ich dachte ich werde wahnsinnig und mit enormem Unwillen wankte ich erneut zum Telefon. Es war meine Schwester. Eigentlich wollte ich unbedingt mit ihr reden, aber der Drang zum Schlafen war in diesem Moment einfach stärker. Also verabschiedeten wir uns schnell wieder und ich kroch zurück in mein Bett. Nachdem ich mich einmal hin und her gedreht hatte, klingte das Telefon. Wenn ich nicht so müde gewesen wäre und mehr Energie gehabt hätte, dann wäre ich wohl spätestens jetzt richtig wütend geworden.
So war von meiner Stunde, die ich schlafen wollte, nur noch eine Viertel übrig und ich entschloss frustriert trotz meiner rasenden Kopfschmerzen und allgemeinen Müdigkeit dieses Projekt aufzugeben.
Statt dessen habe ich jetzt meine Unterlagen ein wenig sortiert (- ja: viel ins Altpapier geworfen, was ich nach heute nicht mehr brauche!) und jetzt ist schon wieder Zeit für die Vesper.
Aber eins ist sicher: Das nächste Mal, wenn ich von einer Prüfung nach Hause komme (also übermorgen...) und mich hinlegen will, dann ziehe ich auf jeden Fall vorher den Stecker vom Telefon!

Sonntag, 3. März 2013

Sonntag

Und endlich mal wieder so richtig Sonnenschein! Es ist traumhaft schön und gleich geht alles viel leichter und mit mehr Freude.
Aber auch unabhängig vom Sonnenschein ist der Sonntag in sich ein toller Tag. Für uns ist es der erste Tag der Woche, auch wenn es manchmal nicht ganz leicht ist, nicht den Montag, als ersten Tag der Arbeitswoche auch als ersten Tag der Woche zu sehen. Deshalb erinnert uns jeden Sonntag in der Messe ein Satz daran. Da heißt es: "Deshalb feiern wir den ersten Tag der Woche, als den Tag, an dem Christus von den Toten auferstanden ist..." Das ist doch schön. Wir beginnen die Woche damit "nichts" zu tun und erstmal auszuruhen. Hier kommt die Entspannung vor der Arbeit, oder das Luftholen vor der Anstrengung.
Aber der Sonntag ist noch mehr, als Sonnenschein und Sonntagsruhe. Es ist der Tag des Herrn. Der Tag, der in besonderer Weise Gott geweiht ist. An dem wir uns also auf IHN besinnen und IHM Zeit schenken. Es kommt also das Gebet vor der Aktion. Die Hinwendung zu Gott vor der Arbeitswoche. Und das gilt nicht nur für unsere Wochen, sondern für all unser Tun. Benedikt drückt das in seiner Regel so aus: "Vor allem: wenn du etwas Gutes beginnst, bestürme IHN beharrlich im Gebet, ER möge es vollenden." (RB, Prolog 4)
In diesem Sinne wünsche ich heute allen einen schönen "Internationalen Tag des freien Sonntags"!

Freitag, 1. März 2013

Ich bin zwar nicht Papst, aber...

...doch Stellvertreter Christi. Oder sollte es zumindest sein. So jedenfalls das Ende meiner heutigen Überlegungen. Ein Satz in den gestrigen Nachrichten hatte mich zum Nachdenken gebracht. Es wurde gesagt, dass mit Beginn der Sedisvakanz Jesus Christus keinen Stellvertreter mehr auf Erden habe.
Das Erste, was mir dazu einfiel, war eine Stelle aus der Regel des Heiligen Benedikt. Dort heißt es im zweiten Kapitel, das vom Abt handelt, dass dieser im Kloster die Stelle Christi vertritt. Mit all den Äbten und Äbtissinnen weltweit hat Jesus also auch zur Zeit der Sedisvakanz noch eine Menge Stellvertreter auf der Erde.
(Jetzt beim Schreiben fällt mir erst ein, dass mir auch die Priester hätten kommen können - liegt wohl an meiner Umgebung, dass mir der Abt als Erstes kam...)
Und dann gingen meine Gedanken weiter, ob ich mich nicht selbst angesprochen fühlen müsste. Im 2. Korintherbrief 13,5 heißt es: "Erfahrt ihr nicht an euch selbst, dass Christus Jesus in euch ist?" und im 1. Korintherbrief 12,27: "Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm."
Wir sind der Leib Christi und wir sollen so handeln, wie Er gehandelt hat (vgl. Mt 20,26-28 und Joh 13,34). Wir sind seine Stellvertreter hier auf Erden und sollten uns dessen bewusst sein.