Montag, 29. April 2013

nicht so mein Tag

Also heute war echt der Wurm drin; wie man so schön sagt. Heute Früh passierte etwas, das ich ich bisher noch nicht erlebt habe und auf das ich nicht gefasst war: Mein Computer ließ sich nicht einschalten! Auf Knopfdruck leuchtete er kurz und auf, gab ein kleines Summen von sich, nur um dann wieder in Schweigen und Dunkelheit zu versinken. Kein Stromkabel rausziehen und kein noch so häufiges oder langes Knopfdrücken konnten daran etwas ändern. Irgendein Bauteil hat über Nacht den Geist aufgegeben.
Ich stand noch so unter Schock in der Laudes, dass mein Hirn beim Vorsingen des Invitatoriums irgendwie aussetzte, sodass das Halleluja am Schluss nicht rauskam und die versammelte Gemeinschaft durcheinander gebracht wurde. Und das war nicht der letzte Patzer - ein klein wenig später stimmte ich übereifrig einen Psalm an, bevor die Antiphon gebetet war. Es war mühsam sich auf das Gebet zu konzentrieren und das ist nicht gerade gut, wenn man mit Chordienst dran ist...
Schon vor zwei Tagen war ich bei einem Chorgebet binnen weniger Sekunden, in denen sich der Konvent erhob, so in Gedanken versunken, dass ich vergass das "Ehre sei dem Vater" zu sprechen, bis es mir von der Seite zugeflüstert wurde.
Eine Mitschwester meinte dann heute zu mir: "Morgen wirds wieder besser!"
Und ich hoffe, dass sie recht hat.

Sonntag, 28. April 2013

nicht lieben können wie verlangt

Das heutige Evangelium schließt mit dem Satz: "Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt." (Joh 13,35)
Das ist also nach Jesu Auffassung DAS Erkennungsmerkmal Seiner Nachfolger - die Liebe zueinander. Doch scheint mir, dass das Maß in welchem hier die Liebe von mir gefordert wird, meine Möglichkeiten weit übersteigt. Jesus sagt nicht nur: "Liebt einander!" (Joh 13,34) - Er sagt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Mt 22,39)
Und sogar diese mir schon unmögliche Aufforderung übertrifft Er noch, wenn Er noch weiter geht und sagt: "Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe." (Joh 13,34) Diese Liebe, die Jesus zu Seinen Jüngern hatte ist zeitlos und sie gilt in gleichem Maße jedem Menschen, so dass ich Seine Aufforderung so verstehen muss: "Liebe deine Mitmenschen, so wie ich dich liebe."
Da ich glaube, dass Er jeden Menschen bedingungslos und grenzenlos liebt, muss ich erkennen, dass genau diese Art der Liebe auch von mir verlangt ist. Und das nicht nur zu meinen Freunden und den super netten Leuten - nein: zu jedem! Und ich sehe ein: Ich kann das nicht. Es ist mir nicht möglich. Wie könnte ich diese Person, die mir zutiefst unsympathisch ist, mit den gleichen Augen und der Liebe betrachten, mit der Gott sie anschaut? Wie könnte ich diesen Menschen, der so völlig andere Ansichten hat, als ich und nach meinen Maßstäben unmögliche und unverständliche Dinge tut, von ganzem Herzen lieben?
 Der Schlüssel scheint mir ein anderer Satz Jesu zu sein. ER sagt etwas später:
"Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch." (Joh 15,4)

Ich kann meine Mitmenschen nicht so lieben, wie Jesus sie liebt. Das ist mir einfach nicht möglich. Aber ich kann in und bei Jesus bleiben und IHN so in mir wohnen lassen. Und dann kann Er meine Mitmenschen in mir und durch mich lieben. Wenn ich in IHM und Seinem Wort bleibe, dann werde ich mit Paulus sagen können: "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir." (Gal 2,20) Und dann wird der Rahmen meiner begrenzten und bedingten Liebe zu meinem Nächsten gesprengt durch Seine unendliche Liebe zu jedem einzelnen. 

Freitag, 26. April 2013

Das Hier und Jetzt

In der monastischen Spiritualität ist das "Hic et nunc" ein zentraler Punkt. Leben im Hier und Jetzt. Unter den gegebenen Umständen das im Vertrauen auf Gott tun was gerade dran ist. Weder in der Vergangenheit leben und immer wieder neu alte Erinnerungen ausgraben, noch sich in Zukunftsträumereien verlieren und so vor dem Jetzt flüchten. Den Augenblick, der mir jetzt gerade geschenkt ist, bewusst leben und füllen. Immer ganz präsent (im Präsens) sein.
Doch in diesen Wochen fällt es mehr sehr sehr schwer. Seit zehn Wochen lebe ich von Prüfung zu Prüfung und es geht die nächsten Wochen so weiter. Ich sehne mich so sehr nach dem Ende der Prüfungen, dass ich darüber den kostbaren jetzigen Augenblick zu schätzen vergesse. Dabei sollte ich doch trotz diesem Stress vor allem hier und jetzt meinen Gott suchen.

Mittwoch, 24. April 2013

Belohnungen

Gestern die Prüfung ist wieder ziemlich gut gelaufen. Und die nächste Prüfung ist erst in zwei Wochen. So habe ich mir gestern Abend zur Belohnung und Entspannung ein klein wenig Fernsehen gegönnt. Heute Vormittag ging es dann weiter mit meinem "Nach-Prüfungs-Verwöhnprogramm" - ich bin zum Optiker und habe mir eine neue Brille ausgesucht. Die alte Brille hat ihren Dienst getan und ich brauche neue Gläser, da mein linkes Auge ganz schön nachgelassen hat. In knapp zwei Wochen werde ich dann wieder einen scharfen Durchblick haben und eine kleine Veränderung im Spiegel sehen.
Munter weiter ging es dann am Abend mit meinem Wohlfühlprogramm. Beim Volleyball verausgaben und dann Leckereien genießen, die Geburtstagskinder mitgebracht hatten... herrlich!
Jetzt kann ich glücklich und zufrieden in mein Bett gehen und mich ab morgen wieder in die nächsten Prüfungsvorbereitungen stürzen.

Montag, 22. April 2013

Der große Lobpreis

Bei der Beichte in der vergangenen Woche hat mir mein Beichtvater eine sehr schöne Aufgabe mit auf den Weg gegeben. Er sprach davon, dass das Wort Halleluja soviel bedeutet wie "gepriesen sei Jahwe!" oder "Lob sei Gott!". Und jetzt in der Osterzeit kommt dieses Halleluja bei allen Chorgebetszeiten sehr häufig vor.
Mein Beichtvater trug mir auf dieses Halleluja nicht einfach so zu singen und zu sprechen, wie ein x-beliebiges Wort, sondern wirklich ganz bewusst jedes mal zu bedenken, für was ich Gott danken kann, für was ich IHN preisen will, warum IHM mein Lob gilt.
Ich gebe zu, dass ich nicht bei jedem einzelnen Halleluja daran denke, aber doch immer wieder und sicher häufiger, als wenn er nicht davon gesprochen hätte. Und es ist schön. Es ist wirklich schön, in dieses Wort ganz bewusst meine ganze Dankbarkeit und Freude hineinzulegen. So ist die diesjährige Osterzeit für mich geprägt von meinem ganz persönlichen HALLELUJA!

Sonntag, 21. April 2013

Eine kontemplative Nonne die bloggt!?


In einem Kommentar zum letzten Post wurde die Frage aufgeworfen, was eine kontemplative Nonne dazu bringt ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken für alle Welt sichtbar im Internet zu veröffentlichen.
Es stimmt, dass man nicht absehen kann, wie weit sich das verbreitet, und es geht mir schon jetzt immer wieder so, dass ich überrascht bin, wenn mir jemand aus meiner Umgebung sagt, dass er regelmäßig meinen Blog liest. Es ist dann doch etwas anderes, ob es eine unbestimmte anonyme und entfernte Masse ist, oder ob es auch Menschen in nächster Nähe sind, die lesen, was ich da so schreibe.
Aber egal ob nah oder fern, ob bekannt oder unbekannt, möchte ich weiter teilen mit denen, die es interessiert. Es muss ja niemand lesen. Doch die vielen Zugriffe jeden Tag zeigen, dass Interesse da ist.
Das Schreiben dieses Blogs dient aber nicht nur der Befriedigung der Neugier verschiedener Leute. Es hilft mir das, was ich denke und erlebe in Worte zu fassen und es freut mich, wenn der ein oder andere Satz auch jemand anderem auf seinem Weg mit Gott weiterhilft.
Dabei spielt für mich auch der Aspekt der geistlichen Armut eine Rolle. Benedikt sagt, dass wir nichts als unser Eigentum ansehen sollen, da uns ja nicht einmal unser Leben gehört. Damit gehören auch meine Erfahrungen mit Gott nicht allein mir, die ich als kostbaren Schatz hüten könnte. Vieles blüht erst im Teilen mit anderen auf.

Mittwoch, 17. April 2013

Barfuß!

Endlich ist es soweit. Anfang dieser Woche konnte dank des wunderbaren Sonnenscheins die diesjährige Barfuß-Saison eröffnet werden. Wie ich das genieße!
Und bei dem schönen Wetter geht auch das Lernen gleich viel leichter. Jetzt sind es nur noch sieben Prüfungen - nur noch acht Wochen und dann ...


Dienstag, 16. April 2013

mit dem Leib beten

Während des Abendessens wird bei uns momentan aus dem Buch "Geistlich kämpfen lernen - Benediktinische Lebenskunst für den Alltag" von Fidelis Ruppert vorgelesen. Es ist ein wirklich gutes und lesenswertes Buch. Und gestern ging es ganz passend zu den Einträgen der letzten Tage, um den Leib beim Beten.
Hier ein kleiner Ausschnitt:

"Für die frühen Mönche war klar, dass die körperliche Geste notwendig zum Gebet gehört. Dazu noch ein kleines Beispiel: 'Einige fragten den Altvater Makarios: >Wie müssen wir beten?< Der Greis antwortete: >Es ist nicht notwendig, viele Worte zu machen, sondern man muss die Hände ausstrecken und sprechen: Herr, wie du willst und weißt, erbarme dich! Wenn aber eine Anfechtung kommt, dann: Herr, hilf! Denn Er weiß, was förderlich ist, und wirkt an uns Erbarmen.<'
Die Worte können auf ein Minimum reduziert werden, aber die ausgestreckten Hände verleihen dem Wort Eindringlichkeit und ganzheitlichen Ausdruck. Mann muss es nur einmal für sich selbst ausprobieren, um diese Intensität zu erleben.
... Auch Roger Schutz berichtet, wie wichtig für ihn die Einbeziehung des Leibes ist, gerade dann, wenn worthaftes Beten schwierig wird: '...Ein Gebet auf dem bloßen Boden: niederknien, sich niederwerfen... Der Leib ist da, ganz gegenwärtig, um zu lauschen, zu begreifen, zu lieben. Wie lächerlich, nicht mit ihm rechnen zu wollen.'

... Ob nicht manche Unfähigkeit zu beten auch damit zu tun hat, dass jemand nur mit seinem Denken beten will? Aber mit dem Denken kann man Gott nicht berühren. Karlfried Graf Dürckheim, der vielen Menschen die Bedeutung des Leibes für das geistliche Leben erschlossen hat, berichtet von einer Frau, die ihn um Rat fragte, weil sie nicht mehr beten konnte. Er sagte, sie solle sich abends vor dem Bett einfach niederknien und beten. Die Frau war irritiert, ahnte aber plötzlich, dass an diesem Rat etwas dran war. Als sie dann in ihrem Zimmer vor dem Bett in die Knie ging, brach eine tiefe Erfahrung in ihr auf, nämlich die, dass, als ihr Körper in die Knie ging, ihr das Herz aufging, jenes Herz, das durch Denken und Wollen keinen Kontakt zu Gott gefunden hatte..."

Auch in dem Buch "Von Gott berührt: die Kraft des Gebetes" von Anthony de Mello ist ein lesenswertes Kapitel über die verschiedenen Gebetshaltungen und Gebärden.
Wichtig ist, dass man seine eigene Form und Haltung (für die jeweilige Phase des Gebetslebens) findet.

Sonntag, 14. April 2013

Liebst du mich?

Im heutigen Evangelium fragt Jesus Petrus dreimal: "Liebst du mich?" Meistens habe ich, wenn ich diese Stelle gelesen oder gehört habe die Frage auch auf mich bezogen und ganz einfach mit Petrus geantwortet: "Ja, Herr. Du weißt, dass ich dich liebe."
Heute musste ich daran denken, dass wir in unserem Alltag wohl viel häufiger die Frage umdrehen - dass wir fragen: "Jesus, liebst du mich?" Sie ist enthalten in all den Fragen: "Bist du da?", "Hörst du mich?", "Interessierst du dich für mich?", "Willst du mir Gutes?", "Bist du Gott wirklich so, dass du mich ganz persönlich liebst?". Wenn uns etwas Negatives zustößt, dann fragen wir: "Warum ich?" oder "Warum jetzt?" und immer schwingt darin die Frage mit: "Liebst du mich?"
Auch mir ist in diesem Zusammenhang der in einem Kommentar zum vergangenen Post angesprochene Psalm 139 sehr wichtig. Darin heißt es unter anderem: "Käme ich bis zum Ende, wäre ich immer noch bei dir."

Ich habe ein kleines Abschluss-Ritual, wenn ich alleine in unserem Oratorium bete. Bevor ich gehe, knie ich mich nieder und danke dafür, dass ich diese Weile bei IHM verbringen durfte. Dann mache ich mich ganz klein und spreche im Inneren ganz bewusst den Psalmvers: "Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich." Ich stelle es mir vor, und spüre dem nach, wie ER mich umgibt und seine Hand auf mich legt. Erst dann erhebe ich mich langsam und gehe.

Samstag, 13. April 2013

beten

Gestern beim Beten ist es mir so richtig unter die Haut gegangen. Mir ist wieder einmal bewusst geworden, dass ich einfach so - im Gebet - mit Gott sprechen kann. Ich brauche nur zu beten und schon stehe ich vor dem Thron der göttlichen Majestät und kann nicht nur dem König aller Könige alles erzählen, was mich gerade bewegt, sondern mit dem Schöpfer des ganzen Universums von Herz zu Herz sprechen.
Wow.
Nicht zu fassen dieses Wunder, dieses Geschenk, diese Gnade. ER hat immer Zeit für mich und wartet nur auf mich.
Aber wie oft bete ich nicht. Wie oft bin ich zu feige oder zu faul oder zu unbedacht.
Dabei erfüllt das Gebet mich mit neuer Kraft und Freude.
Wieso vernachlässige ich immer wieder was mir so gut tut?

Dienstag, 9. April 2013

Halleluja und andere Stolpersteine

Während der Osterzeit ist das Responsorium der Komplet ein wenig anders, als während des Rest des Jahres - die eingeschobenen Hallelujas verändern die Melodie. Heute stolperte dann die Vorsängerin darüber, als sie mittendrin merkte, dass sie die Kurve falsch genommen hatte. Dann hörte man ihrer Stimme an, dass sie sich extrem zusammenreißen musste um nicht in Lachen auszubrechen. Das brachte dann auch Schwestern rundherum zum Grinsen und unterdrücktem Lachen.
Ich weiß, dass die Liturgie ernst und würdig gefeiert werden sollte, aber ab und zu sind so kleine Pannen dann doch gut für's Gemüt. Ich erinnere mich noch an meinen allerersten Tag hier. Ich hatte noch von nix ne Ahnung und hab mich kaum getraut im Chorgestühl die Augen weiter als bis knapp über meine Fußspitzen zu heben. Ich fühlte mich total beobachtet, und ich dachte, dass alle außer mir ganz genau wissen, was sie wann wie tun müssen und dabei nie einen Fehler machen. Die Liturgie wirkte so perfekt. Als dann ein Fehler passierte an jenem Abend, der etliche Schwestern zum Lachen brachten, da war ich total erleichtert. Plötzlich war klar:
Das sind auch nur Menschen. Jeder macht mal Fehler und es ist halb so wild, wenn's mal passiert.

Montag, 8. April 2013

weiter geht's

Nachdem ich mit meinen schriftlichen Prüfungen vor der Karwoche durch war, ging es heute munter weiter mit der ersten mündlichen Prüfung. Ich war also wieder auf den Straßen der Stadt unterwegs und ich freute mich, als mir ein gut erkennbarer junger Priester entgegenkam und freundlich grüßte. Ich finde es immer wieder schön, dass die Menschen mich mit "Grüß Gott, Schwester!" oder "Guten Tag, Schwester!" begrüßen können. Dieser kleine Zusatz des Wörtchens Schwester lässt es gleich viel persönlicher klingen. Es ist fast, als würden sie mich kennen und mit meinem Namen begrüßen.

Später dann auf einer anderen Straße hörte ich im vorbeigehen, wie bei meinem Anblick eine zur anderen sagte: "Ist denn schon wieder Mittelaltermarkt?"
Sehe ich vielleicht aus, als hätte ich mich verkleidet?

Wiederum an einer anderen Ecke kam eine junge Frau auf mich zu und gab mir ein Kärtchen mit einem Bild von Maria der Frau aller Völker. Auf der Rückseite steht das Gebet:
Herr Jesus Christus,
Sohn des Vaters,
Sende jetzt deinen Geist über die Erde.
Lass den Heiligen Geist wohnen in den Herzen aller Völker,

damit sie bewahrt bleiben mögen vor Verfall, Unheil und Krieg.
Möge die Frau aller Völker, die selige Jungfrau Maria,
unsere Fürsprecherin sein.
Amen.

Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll, aber auf jeden Fall war es mal wieder interessant in der Stadt.    ;-)

Sonntag, 7. April 2013

Ich bin da.


Ich bin wieder zurück. Ich war abgetaucht in eine Oase der Stille und des Friedens. Oh, war das erholsam!
Und was hat nun mein oberster Chef, mein gütiger Vater und geliebter Bräutigam gesagt? Unter anderem dies:
"ICH gehe mit dir - egal wohin. Ja - ich bin immer schon dort und warte auf dich. Meine Gegenwart ist die einzige Sicherheit, die du brauchst - Hab keine Angst!"