Donnerstag, 27. Juni 2013

Verlangen nach Weisheit

Vor einigen Tagen schenkte mir ein Miniaturschnitzer hier diese kleine Eule aus Schwarznüssen. Jetzt steht sie auf meinem Tisch und als Symbol für die Weisheit erinnert sie mich an die Worte aus dem Buch der Weisheit (6. Kapitel):

Verlangt also nach meinen Worten;
sehnt euch danach und ihr werdet gute Belehrung empfangen.
Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit;
wer sie liebt, erblickt sie schnell, 
und wer sie sucht, findet sie.
Denen, die nach ihr verlangen, gibt sie sich sogleich zu erkennen.
Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe,
er findet sie vor seiner Türe sitzen. 
Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit
wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei. 
 Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind;
freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen
und kommt jenen entgegen, die an sie denken.
Ihr Anfang ist aufrichtiges Verlangen nach Bildung;
das eifrige Bemühen um Bildung aber ist Liebe. 
 Liebe ist Halten ihrer Gebote;
Erfüllen der Gebote sichert Unvergänglichkeit,
und Unvergänglichkeit bringt in Gottes Nähe.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Gebet



Ich habe gestern die Zeit genutzt, um ein wenig Ordnung in das Chaos der Dateien auf meinem Computer zu bringen. Dabei fiel mir das folgende Gebet "in die Hände". Ich hatte es für die Novene zur Vorbereitung meiner Profess gewählt und schon fast wieder vergessen, aber dazu ist es wirklich zu schön:

Ewiger Geist! Göttlicher Lebensquell!
Ewige Liebe zwischen dem ewigen Vater und dem ewigen Sohn!
Du bist auch der Wesensgrund der Liebe,
die mich mit dem Vater und dem Sohne eint,
der Lebensatem meiner Seele.
Sei, Heiliger Geist, ohne Unterlass gelobt und
gepriesen im Grund meiner Seele!
Dreieiniger, allheiliger Gott!
Lass mich dein lebendiger Tempel sein,
in dem jeder Gedanke, jedes Wort und jede Strebung
meines Seins dich lobt und preist in Ewigkeit.
Amen.

Dienstag, 25. Juni 2013

einfach nett

Bitte lächeln!
Gestern kam ich auf einem ausgedehnten Spaziergang an diesem Haus vorbei. Ist das nicht nett?
Dass ein Haus so glücklich aussehen kann...

Samstag, 22. Juni 2013

zur Mitte

auf einem Spaziergang entdeckt

Ich habe Zeit zu lesen, zu schlafen, zu beten, spazieren zu gehen, einfach die die Möglichkeit jede Minute zu genießen. Auf den Gelände gibt es ein wunderschön angelegtes Labyrinth. Nie zuvor habe ich es als so wohltuend empfunden in einem solchen Labrinth in langsamen Kreisen zur Mitte zu kommen. Ins Innerste. Ganz bei mir angekommen kann ich mich dort unter einem Laubdach geborgen fühlen.
Oder wie Gertrud die Große einmal sagte: Da spürte mein Herz, dass Du in mir angekommen warst. 
Es ist wirklich Gott, der hier wohnt und diesen Ort segnet. Und ich kann mich neu für Ihn öffnen.
Heute wird es mit 500 Besucherinnen hier etwas turbulenter werden, aber auch die Begegnungen und Gespräche mit den Gästen und Pilgern hier sind etwas Schönes und Bereicherndes.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Balsam für die Seele

Um neu Kraft zu schöpfen darf ich ein paar Wochen in einem befreundeten Kloster verbringen. Nachdem ich jetzt ein paar Tage hier bin spüre ich, wie wieder Friede in meinem Herzen einkehrt. Ich muss an nichts denken. Muss nichts entscheiden. Ich kann einfach hier sein - da sein - und den Augenblick leben. Dieser Ort strahlt so eine wohltuende Gelassenheit aus. Das ist wahrhaft Balsam für die Seele.

Freitag, 14. Juni 2013

Alterserscheinungen ...


... zeigen sich im Moment gehäuft an meinen Schleiern. Mir sind in den letzten zwei Wochen drei Schleier kaputt gegangen. Hier ein abgerissenes Band, dort ein Loch vom Bügel. Noch ist alles zu flicken und zu reparieren, aber irgendwie scheinen drei Jahre schon ein Alter für einen Schleier zu sein. Ein Alter, in dem es plötzlich losgeht mit den Gebrechen.
Unwillkürlich fragte ich mich dann, wenn drei Jahre für einen Schleier viel sind - wieviele Jahre sind dann für eine Nonne im Kloster viel? Die älteste Mitschwester in unserem Orden ist diese Woche verstorben. Sie wurde 105 Jahre alt und war 85 Jahre lang im Kloster. Das ist definitv viel.
Aber bestimmt nicht zu viel. Denn das Schöne ist ja, dass wir - im Gegensatz zu den Schleier - von Jahr zu Jahr weiter wachsen und reifen dürfen. Wir verlieren zwar sicher auch einiges, aber es ist eher wie bei den Diamanten, bei denen muss man auch manches wegschleifen, damit sie so richtig schön funkeln.

Dienstag, 11. Juni 2013

Lectio Divina


Lectio Divina - göttliche Lesung - Lesung des Wortes Gottes. Lesen Gottes. Eintauchen in das göttliche Geheimnis. Ein Lesen, anders als gewöhnliches Lesen. Ein Lesen begleitet und durchdrungen von Gebet. Nach meiner Erfahrung wichtig dabei ist ein äußerer Rahmen. Eine feste Zeit. Egal ob täglich zehn Minuten vor dem Schlafengehen oder eine Stunde nach dem Aufstehen oder eine halbe Stunde am Nachmittag - jeder muss seine Zeit finden. Dazu ein fester Ort und ein fester Ablauf. Was mir außerdem hilft ist ein Bibelleseplan. Eine gute Übersicht über verschiedene gibt es hier.
Wir haben jetzt im Noviziat angefangen die Lectio gemeinsam zu machen. Jeder still für sich, aber alle gleichzeitig im gleichen Raum. Überraschend war dabei für mich zu spüren, wie gut das der Gemeinschaft tut. Es scheint mir, als würde das Zugehen auf Gott eines jeden Einzelnen alle einander näher bringen, als gemeinsames Reden und Diskutieren.

Sonntag, 9. Juni 2013

weiter geht's

meine neue und meine alte Brille

Mit einem neuen Netzteil kann mein Rechner wieder treue Dienste leisten.
Mit einer neuen Brille habe ich wieder neu den Durchblick.
Mit allen Prüfungen hinter mir kann ich wieder neu entspannt durchatmen.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Keine Studentin mehr. Keine Prüfungen mehr.
Wie die Zukunft aussieht? Ich habe keinen blassen Schimmer. Aber wer weiß schon, was morgen kommt?
Jetzt ist jedenfalls erstmal Erholung angesagt!