Mittwoch, 17. Juli 2013

habitare secum

Dieses "In-Sich-Ruhen", das einem ermöglicht wirklich ganz daheim zu sein, bezeichnet die Tradition mit dem Begriff des habitare secum - bei sich selbst wohnen. Um bei mir selbst zu wohnen muss ich gerne und viel bei mir und mit mir allein sein. Ich muss allein sein können, ohne einsam zu sein. Wenn ich die Stille und das Alleinsein nicht ertrage und immer, sobald ich es bin, das Radio oder den Fernseher einschalte, um es nicht zu spüren, dann laufe ich vor mir selbst weg. Ich weigere mich, Zeit mit mir zu verbringen und mich so besser kennen zu lernen. Ich treibe einen Keil in mein Inneres und werde mir selbst fremd. Ich lenke mich ab und umgebe mich mit der Gesellschaft von realen und virtuellen Personen. Es ist soviel einfacher so.
Es kostet Überwindung und Einübung bei sich selbst zu wohnen. Denn wenn man nie zu Hause ist, dann ist die Wohnung zunächst wüst und leer. Es ist mühsame Arbeit sie zu reinigen und sich darin so einzurichten, dass man sich rundum wohl fühlt. (Und aufräumen war noch nie meine Stärke...)
Ich sehne mich nach diesem habitare secum und zugleich laufe ich immer wieder weg und mache für einige Tage oder Wochen "Urlaub" auswärts, sodass alles wieder chaotisch und verwüstet ist, wenn ich zu mir zurückkehre.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen