Samstag, 19. Oktober 2013

Ich habe mich entschieden.

Ich gehe. Meine Profess endet in wenigen Wochen und ich werde sie nicht verlängern. Ich steige aus dem Ordensleben aus und ins Berufsleben ein.
Nachdem ich diese Entscheidung vor drei Wochen getroffen habe, war einiges zu erledigen. Gespräche führen, Konto eröffnen, Bewerbungen schreiben, Bleibe suchen, Krankenkassenfrage klären und anderes mehr.
Manche werden sich vielleicht fragen, ob das jetzt nicht ein bisschen schnell ging. Ob ich mir das auch gut überlegt und es durchbetet habe. Und ich muss zugeben, dass die Entscheidung auch für mich schnell und irgendwie überraschend kam. Ich habe nicht das Gefühl sie gründlichst durchdacht und durchbetet zu haben, aber die Entscheidung war da und ich wusste einfach, dass sie richtig ist. Es drängt mich aufzubrechen und etwas anderes zu tun. An neuen Herausforderungen zu wachsen und zu reifen, um dann in einigen Jahren neu zu überlegen wo mein Platz ist.
Bin ich also bindungsunfähig und wankelmütig? Vielleicht. Aber in allem weiß ich mich geborgen in Gottes Hand. Das ist mein Weg mit IHM, der immer mein König, Bruder und geliebter Bräutigam bleiben wird.
Ich bin sehr dankbar für die Zeit, die ich im Kloster verbringen durfte und würde sie gegen nichts tauschen. Es gibt vieles, was ich sehr vermissen werde, aber es gibt auch vieles, auf das ich mich jetzt freue, und ich weiß, dass ich eine Menge "mitnehme", was mir auf meinem weiteren Weg helfen wird.
Allen, die an meinem Weg bisher Anteil genommen haben möchte ich von Herzen danken.
Gott segne euch alle!

Kommentare:

  1. Alles Gute und Gottes Segen, dazu viel Kraft. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß der der Weg nicht leicht ist.

    AntwortenLöschen
  2. Lebensentscheidungen kann man letztendlich immer nur selbst treffen, andere können da wenig raten. Ich wünsche Ihnen alles Gute und würde mich freuen, wenn Sie auch von diesem neuen Lebensabschnitt berichten würden. Das Klosterleben ist nicht für jeden geeignet, oder nicht jeder für das Klosterleben. Ich denke, dass Gott für sehr unterschiedliche Menschen sehr verschiedene Wege öffnen kann. ("Wege öffnen" klingt seltsam, ich wollte damit ausdrücken, dass ich nicht glaube, dass Gott uns Wege zu versperren wünscht.)

    AntwortenLöschen
  3. Ein Gedanke aus ganz eigener, auch schmerzhafter Erfahrung -- die meisten, die aus einem Kloster austreten, werden die Klostergedanken dennoch nie wirklich los. Die Sehnsucht bleibt. Versuche einfach genau zu hinzusehen, wie Du diese Sehnsucht in einer Lebenform leben kannst. Und bedenke auch: Benedikt sagt, man kann dreimal wiederkommen, und es gibt doch einige, die das auch machen.

    In dieser Diskussion kenne ich von den Gedanken mich und einige Bekannte wieder: http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?f=11&t=9733

    Ich wuensche alles Gute fuer die erste Zeit "draussen" und gute geistliche Begleitung fuer diese Zeit!

    AntwortenLöschen
  4. Schließe mich allen Segenswünschen an sage DANKE für die vielen Impulse, die Sie über die ganze Zeit gegeben haben. Ich habe für mich so vieles Wertvolles mitgenommen. Alles, alles Liebe und Gute für die kommende Zeit!!! Ich werde Sie vermissen... (und mich ebenfalls freuen, wenn Sie aus dem "neuen Leben" erzählen würden!) Gott ist treu - Seine Liebe geht alle Wege mit!

    AntwortenLöschen
  5. Es ist wichtig den eigenen Weg zu gehen. Mit Deinem eigenen Gott. Auch bei mir war nach der Adventszeit spontan klar, dass mich mein Weg aus meiner Gemeinschaf heraus führt. Leider war der Abschied nicht so toll, weil meine Oberin nicht damit umgehen konnte. Aber gehe Deinen Weg.
    Ich wünsche von Herzen alles Gute für den Neubeginn. Liebe Mensche die da sind....
    Auch ich würde mich freuen weiter von Ihnen zu hören.

    AntwortenLöschen
  6. Auch ich wünsche Ihnen alles Gute! Gott wird auch weiterhin an Ihrer Seite sein und Sie begleiten.
    Sie haben mir mit Ihren Texten sehr viele Impulse gegeben, für die ich sehr dankbar bin.
    Ich hoffe, wir hören wieder von Ihnen.

    AntwortenLöschen
  7. Oh. Wow.
    Ich wünsche dir von Herzen Gottes Segen und viel Kraft für deinen Neustart. Und falls du mal in meiner Gegend landen solltest, melde dich!

    AntwortenLöschen
  8. Weil ich deine blogs geliebt habe, möchte ich gerade "wie schade!" rufen. Aber ich wünsche einfach alles Gute und hoffe auf ein Fortsetzungsblog. Ich bin gespannt wie Gott weiter wirkt in deinem Leben. Alles, alles Liebe!

    AntwortenLöschen
  9. Auch ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für Ihren Weg. Ich hoffe, Sie schreiben weiterhin.

    AntwortenLöschen
  10. Alles Gute für dich! Jesus ist der / dein guter Hirte!

    AntwortenLöschen
  11. Diesen Blog hat sicher gerne gelesen, wer sich mit der Frage nach einer Ordensberufung für das eigene Leben auseinandersetzt oder schon einmal auseinandergesetzt hat. Wäre es da nicht auch interessant die Gründe zu erfahren? Warum? Woran hat es gefehlt? War es die Gemeinschaft mit ihren Grenzen, eigene persönlich-seelische oder waren es geistliche Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben? Das wäre schön zu erfahren! Vielen Dank und alles Gute!

    AntwortenLöschen
  12. Puuh. Oder (schülerdeutsch): Krass.
    Gottes reichen Segen wünsche ich Dir - und die Erfüllung Deiner Sehnsüchte.

    AntwortenLöschen
  13. Ich glaube nicht, dass du wankelmütig oderbindungsunfähig bist. Du bist ein sehr suchender Mensch. Du gehst deinen Weg mit deinem Gott.
    Und... vielleicht sollten "Orden" einmal darüber nachdenken, die jüngeren Leute nicht immer nur in ihr Förmchen drücken zu wollen. Es müssen neue Lebensformen erarbeitet werden, denn die großen Konvente wird es bald nicht mehr geben. Und ... ich finde es ungesund, wenn jüngere Menschen im "Altenheim" leben müssen. Dafür braucht es Raum! Tradition ist gut und wichtig, aber sie sollte mit ins Hier und Jetzt genommen werden.

    AntwortenLöschen
  14. Ich denke auch ein bisschen überrascht.. auch ich habe deinen Blog gerne gelesen und ich dachte, du hättest deinen Weg gefunden und bin jetzt dementsprechend überrascht, dass du den Orden verlässt.. Woran hat es denn gefehlt oder was hast du nicht gefunden? Man hat irgendwie so mitgelebt und fragt sich: Warum??

    AntwortenLöschen
  15. Das kommt wirklich überraschend! Andererseits - viele Wege führen zu Gott, und warum soll man nicht ein Stückchen auf einem Weg gehen und dann auf einen anderen wechseln?
    Aber ein bißchen neugierig bin ich auch - würde mich sehr freuen, weiterhin was von Dir zu lesen!

    Alles Gute für den neuen Lebensabschnitt!!!

    AntwortenLöschen
  16. Liebe Schwester,

    auch ich war überrascht zu lesen, dass Sie Ihre Profess nicht verlängern werden. Manchmal ist es dann doch besser zu gehen. Von Herzen wünsche ich Ihnen alles nur erdenklich Gute und vor allem den reichen Schutz und Segen für Ihren weiteren Lebensweg. Sehr würde ich mich freuen, wenn wir auch noch weiterhin von Ihnen und Ihrem weiteren Weg erfahren würden.

    Alles Liebe und Gute!

    AntwortenLöschen
  17. Ich habe mir schon so etwas gedacht. Alles Gute und Gottes Segen auf Ihrem Weg!

    Liebe Grüße
    Anna

    AntwortenLöschen
  18. Gottes Segen für deinen weiteren Weg - Gott ist mit dir!
    Und manchmal sind Lebenswege eben nicht schnurgerade - spreche da aus eigener Erfahrung :-)
    Und Hochachtung vor deinem Mut. Hast du vielleicht die gleiche Karte zum Geburtstag bekommen, wie ich? Da stand drauf: "Ich wünsche dir Mut, neue Türen zu öffnen, auch wenn ungewiss ist, was sich dahinter verbirgt."
    Und natürlich wäre es schön, weiter von dir zu hören!

    Liebe Grüße
    Birgitta

    AntwortenLöschen
  19. Vielen Dank für all die lieben Kommentare und die Segenswünsche!
    Meine Entscheidung kam mit dem Näherrücken des Endes meiner Profess. Ich habe gemerkt, dass ich nicht so weit bin, meine Profess erneuern zu könnnen. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht so. Ich muss einen Stück des Weges außerhalb des Klosters zu gehen, um in vielerlei Hinsicht zu wachsen. Vielleicht bin ich dann in ein paar Jahren menschlich reif genug für das Ordensleben. Und vielleicht finde ich mit etwas Abstand und innerer Klarheit ein Kloster in dem ich auf Dauer leben kann. Vielleicht wird die Sehnsucht aber auch nachlassen. Ich weiß es nicht und vertraue mich einfach Gott an. Er führt mich. Und das ist alles, was ich wissen muss.

    AntwortenLöschen
  20. Liebe Schwester,
    ich wünsche einen gesegneten Neuanfang in der 'Welt'. Möge die Sehnsucht nach Gott tief im Herzen bleiben, wie Augustinus sagt: 'Liebe und tu was Du willst.' Wer liebt, bleibt dem Geliebten immer verpflichtet und so auch gebunden.

    AntwortenLöschen