Samstag, 24. Dezember 2016

Frieden

im Herzen. Gewürzt mit Dankbarkeit.
Es ist ok, dass ich liebe. Es ist ok, dass ich Schmerzen habe. Es ist ok, dass ich keine Lust habe. Es ist ok, dass ich so bin, wie ich bin. Mit all meinen Stärken und Schwächen.
Gott liebt mich. Unendlich. Bedingungslos. Ewig.

Das zu spüren und glauben zu können wünsche ich euch allen. Möge tiefer Friede euer Herz erfüllen - an diesem Heiligen Abend und jedem Tag, der kommt.


Donnerstag, 22. Dezember 2016

Nee,

dieses Jahr war einfach nicht meins. Ich bin froh, dass es jetzt bald vorbei ist und hoffe darauf, dass das nächste besser wird.
Erst der Bandscheibenvorfall, dann der schmerzende Zahn. Monatelange Schmerzen. Spritzen, Wurzelbehandlungen, Schmerztabletten und allergische Reaktionen. Und jetzt zum krönenden Abschluss wurde mir der Backenzahn gezogen. Quer durch gerissen. Nicht mehr zu retten. Das "Zahngezogenbekommen" gehört ganz klar zu den Top 3 der unangenehmsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens. Meine Befürchtungen wurden übertroffen - es war grausam. Und auch jetzt - drei Tage danach - bin ich noch nicht drüber weg.
Bis 2016 dachte ich, ich sei noch jung. Jetzt habe ich das Gefühl in diesem Jahr um mindestens zehn Jahre gealtert zu sein...

Samstag, 17. Dezember 2016

Ich strahle

Was für ein schöner Tag!
Nicht nur, weil ich in der Messe am Morgen Klarinette spielen durfte.
Nicht nur, weil mittags bei der Runde mit dem Hund die Sonne schien.
Nicht nur, weil ich ein Kompliment bekam.
Nicht nur, weil wir heute Nachmittag Sport gemacht haben (zwar noch in unserem Provisorium auf dem Speicher - aber ich bin schon voller Vorfreude auf den neu entstehenden Sportraum).

Heute ist ein schöner Tag, denn jetzt ist es soweit: die vierte Kerze brennt. Wir haben vor dem Abendessen wieder im dunklen Refektorium das Rorate gesungen. Und vorher in der Vesper haben die O-Antiphonen begonnen.
Ab jetzt ist der Advent noch intensiver - die Erwartung des Herrn noch größer - die Vorfreude auf Weihnachten noch tiefer.

Wie schön, dass ich heute hier sein darf!


Freitag, 16. Dezember 2016

Eine Tasse Kaffee spendieren

Während meiner Arbeit an der neuen Homepage habe ich eine Seite kennengelernt, auf der Fotos frei zur Verfügung gestellt werden. Wenn einem ein Bild so gut gefällt, dass man es benutzen möchte und herunterlädt, dann wird man ganz dezent gefragt, ob man nicht eine Tasse Kaffee spendieren möchte. Man muss nicht, aber man kann - wenn man mag - ein kleines Dankeschön geben.
Es widerstrebt mir um Geld zu bitten, und doch tue ich es jetzt hier und das nicht einmal besonders dezent. Einfach weil mir das Projekt so sehr am Herzen liegt. Und vielleicht habt ihr ja gar nichts dagegen, mir eine Tasse Kaffe zu spendieren. Vielleicht hat euch schon mal ein Post gefallen, geholfen, zum Nachdenken oder Lachen gebracht oder ihr sagt einfach "Danke für das Teilhabenlassen."
Ich freue mich jedenfalls riesig über jeden einzelnen Euro, der gerne gespendet wird. Das Projekt, um das es geht ist kein Kaffee, sondern die Einrichtung eines Sportraumes im Kloster. Training ist für mich insbesondere seit dem Bandscheibenvorfall echt wichtig und auch allen anderen Schwestern tut es gut, sich zu bewegen.
Wenn ihr die Idee eines Sportraumes im Kloster gut und unterstützenswert findet, dann könnt ihr hier spenden.

Vielen DANK und einen gesegneten vierten Advent!


Mittwoch, 14. Dezember 2016

Lieblingsmomente

Das kennt ihr sicher auch: es gibt so Momente, da geht es einem einfach immer gleich ein bisschen besser - egal wie es einem sonst so gerade geht. Momente, die man einfach gern haben muss. Lieblingsmomente eben. Es gibt solche, die überraschend und unerwartet kommen, aber es gibt auch solche, die fest im Tages- oder Wochenplan drin sind.
Momente, die wie verlässliche gute alte Bekannte einfach immer wieder da sind und einem ein wohliges Seufzen und ein kleines Stück Glück schenken.
Für manche ist das vielleicht der Moment in dem der erste Kaffee am Morgen fertig ist, für andere vielleicht das Über-die-Schwelle-treten beim Verlassen des Arbeitsplatzes am Freitag Nachmittag.
Schon lange ein Lieblingsmoment für mich ist die Komplet am Abend. Ein weiterer absoluter Lieblingsmoment, der mir jedes Mal ein Lächeln entlockt, ist der Psalm 114 in der Vesper jeden Montag.

Am vergangenen Wochenende habe ich in meiner Zelle eine Gebetsecke eingerichtet. Etwas, das ich schon lange vorhatte, aber immer wieder vor mir hergeschoben habe. Und plötzlich wird für mich eine Zeit zu einem Lieblingsmoment, die ich bisher meistens verschlafen habe: die Zeit für die persönliche Meditation vor der Messe am Morgen. Jetzt freue ich mich schon während der Vigil und Laudes auf diese Zeit des intimen Verweilens bei Gott.
Schön, dass es diese Momente gibt!


Dienstag, 13. Dezember 2016

ein besonderer Ort

Die drei Fenster in der Morgensonne

Helfta wächst mir mehr und mehr ans Herz. Als ich hier ankam, dachte ich noch: "Ich liebe es hier zu sein. Nicht in erster Linie wegen des Ortes oder der Gemeinschaft, sondern vor allem weil ich das Leben hier liebe." Ich liebe den monastischen Rhythmus des Tages, die Ausrichtung auf Gott, das Zeit-haben fürs Gebet, das Leben in Gemeinschaft, die vielfältigen Herausforderungen jeden Tag. Es gibt einfach kein Leben, das ich lieber leben würde, als das klösterliche.

Sonnenaufgang von meinem Fenster aus gesehen

In den letzten Wochen ist mir dann immer wieder bewusst geworden, dass auch meine Liebe zu diesem Ort stetig zunimmt. Die Atmosphäre morgens in der Kirche, bevor der Tag beginnt und wenn nur zwei Kerzen den Kirchenraum schwach erleuchten. Der Himmel über Helfta, der mir jeden Tag aufs neue den Atem raubt. Die Kirchenfenster, durch die am Vormittag das Sonnenlicht fällt und die schon hier waren, als die heilige Gertrud hier lebte. Der Reiher, der täglich in unseren Teichen fischt. Das Refektorium, das schlicht und schön ist. Die Krypta aus der man immer wieder wie aus dem Inneren der göttlichen Gebärmutter hervortritt ans Licht...

Blick aus der Krypta in den Kirchenraum

Helfta ist ein besonderer Ort, den ich mittlerweile fest in mein Herz geschlossen habe. Auf den ersten Blick ist es nicht der schönste Ort, an dem ich je war (im Ernst: wie konnte man sich für diese Farbe beim Verputzen der Häuser entscheiden?), aber je länger ich hier bin, desto mehr erspüre ich die kostbare Einzigartigkeit dieses Ortes.




Mittwoch, 7. Dezember 2016

berühmt?

Eineinhalb Wochen ist es jetzt her. Da tauchte in einer What's app-Gruppe ein Foto von einem Zeitungsartikel auf. Jemand schrieb dazu: "Die Anne ist berühmt."  Ob man das so sagen kann, weiß ich nicht - ich denke eher nicht. Auf jeden Fall ist Berühmtheit nichts, wonach ich je gestrebt hätte.
Seit letztem Wochenende ist der Artikel auch online zugänglich. An dieser Stelle nun eine kurze Bestandsaufnahme dazu aus meiner Sicht.
Sehr gefreut habe ich mich über die unerwartet netten Begegnungen, die mir dank des Artikels zuteil wurden. Sowohl die Journalistin, als auch die Fotografin sind junge Frauen, die mir auf Anhieb sehr sympathisch waren. Die Gespräche mit ihnen haben mir große Freude bereitet und es wäre schön sie irgendwann mal wiederzusehen.


Am Tag der Veröffentlichung gingen die Zugriffszahlen auf diesen Blog steil nach oben und ich möchte die Gelegenheit nutzen hier ganz offiziell alle neuen Leser herzlich Willkommen zu heißen. Schön, dass ihr da seid und viel Spaß beim Mitlesen!


Seit dem Erscheinungstag wurde ich nun von unterschiedlichsten Seiten kontaktiert. Darunter waren Anfragen für weitere Artikel, für Bücher und von bekannten Fernsehsendern. Irgendwie fühlt sich das komisch an. Es ist mein Leben - das für mich normalste von der Welt - und plötzlich meinen alle, dass es soo interessant sei. Naja. Ich weiß nicht.
Für den Augenblick reicht mir der eine Artikel jedenfalls. Mal sehen, wenn sich jemand von all jenen, die sich jetzt gemeldet haben, in zwei bis drei Jahren nochmal meldet, dann sage ich vielleicht Ja.

Montag, 5. Dezember 2016

Du richtest mich wieder auf

Garade als ich innerlich einen Schalter umgelegt hatte und mir sagte: "Na gut, dann gehe ich eben wieder", gabst Du mir folgende Worte zu lesen:

Du Volk auf dem Berg Zion, das in Jerusalem wohnt, du brauchst jetzt nicht mehr zu weinen. Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; er wird dir antworten, sobald er dich hört.
Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht genug Wasser gab, so wird er, dein Lehrer, sich nicht mehr verbergen. Deine Augen werden deinen Lehrer sehen,
deine Ohren werden es hören, wenn er dir nachruft: Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen, auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet.
Dann spendet er Regen für die Saat, die du auf den Acker gesät hast. Das Korn, das auf dem Acker heranreift, wird üppig und fett sein. Auf weiten Wiesen weidet dein Vieh an jenem Tag.
Die Rinder und Esel, die dir bei der Feldarbeit helfen, bekommen würziges Futter zu fressen, das man mit Schaufel und Gabel gemischt hat...
Zu der Zeit, wenn der Herr die Leiden seines Volkes heilt und seine Wunden verbindet, wird das Licht des Mondes so hell sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenmal so stark sein wie das Licht von sieben Tagen. (aus Jesaja)

Das traf mich mitten ins Herz und klang nach. Tagelang.
Und dann - als ich gerade schmerzhaft einsehen musste, dass ich verloren hatte - dass ich nicht schaffte, was ich versuchte, da fielen mir diese Worte von M. Assumpta in die Hände:

1000 mal 1000 Meilen
hinter dem großen Wortwald,
wenn du den bittren Tränenstrom 
durchwatet hast,
gewagt hast
den Sprung
mitten in die Flamme hinein,
wenn deines göttlichen Arztes Skalpell 
den Knochen erreicht hat,
wenn du angekommen bist
im Lande Namenlos
todmüde
und leer von eigener Kraft,
dann findest du den Geliebten,
der schon ewigkeitenlang
ausschaut nach dir.
Und Seine Umarmung
ist so süß,
dass du erschrickst,
weil nie, ach nie
dein Herz
sich solche Süße
erträumte.
Du stirbst fast daran.
Du stürbest,
hielte dich nicht 
der Geliebte.

Nicht, dass ich schon sagen könnte: genau so war es - das nicht. Aber diese Worte schenkten mir neue Hoffnung und Kraft.

Und heute kann ich sagen:

Wir standen auf der Klippe. Ich erzählte dir von dem Gleitschirm und du nahmst es gelassen zu Kenntnis und antwortetest auf meine Frage wann ich springen soll mit dem Wort: "Sofort!"
Da bekam ich eine Panikattacke und du - du sahst mich an und sahst mich wirklich, du nahmst meine Hand und sagtest: "Lass den Gleitschirm da. Komm mit - wir schauen, ob wir nicht gemeinsam einen anderen Weg zu unserem Ziel finden."



Sonntag, 4. Dezember 2016

verloren

Ich habe gekämpft wie ein Löwe. So dachte ich zumindest. Gekämpft darum meinen Prinzipien treu zu bleiben. Darum in der Liebe und der Freude zu bleiben. Aber ich muss einsehen, dass ich kein Löwe bin. Allenfalls ein kleines, mickriges und schwaches Katzenbaby. Ich habe verloren.


Ich habe in den beschriebenen Taschen nicht genug Kraft gefunden. Und auch die anderen Taschen, die ich überprüft habe - die der Neugier und die mit der Aufschrift "ist doch nur für eine bestimmte Zeit" haben nichts hilfreiches zu Tage gefördert.
So blieb mir nichts übrig, als eine Mauer um mein Herz zu bauen, bevor es gänzlich zu Grunde geht. Das hat mich erstmal wieder ein bisschen atmen lassen.
Aber heute muss ich einsehen, dass ich nicht einmal dazu in der Lage war, eine Mauer zu bauen. Das, was ich für eine Mauer hielt, ist allenfalls ein Stück Leder, das ich um mein Herz gewickelt habe, durch das hindurch noch immer zu viel zu spüren ist, als dass es nicht mehr weh tun würde.

Aber vielleicht ist ja eine gute Nachricht, dass ich nicht einmal eine Mauer bauen kann. Bedeutet das nicht, dass die Liebe einfach zu stark ist, als dass sie sich einfach wegsperren lassen würde?

Eins kann ich jedenfalls jetzt schon sagen: ich habe viel aus dieser Niederlage gelernt.

Samstag, 3. Dezember 2016

Spring!


Wir stehen an einem Abgrund und du sagst zu mir: "Spring! Wir sehen uns dann unten". Und ich sage: "Aber der Sprung wird mich zerstören". Und du entgegnest: "Glaubst du denn nicht, dass dir im Fallen Flügel wachsen werden?" Nein. Das glaube ich nicht. Und wenn ich das Vertrauen auf die unterwegs wachsenden Flügel in mir nicht finden kann und nicht zu tun, was du sagst keine Option für mich ist und du bei deinem "Spring!" bleibst, dann habe ich keine andere Wahl, als mir vor dem Sprung einen Gleitschirm umzuschnallen. Dieser wird mich davor bewahren beim Aufprall zu Zerschellen. Aber er wird mich auch weit von dir forttragen, denn ich bin keine gute Fliegerin.

Freitag, 2. Dezember 2016

Ich habe Angst


Angst davor, dass meine Seele daran zerbricht. Erst in Brocken, dann zu Bröseln und schließlich zu Staub, der vom kleinsten Windhauch davon geweht wird.
Aber wahrscheinlich zeugt diese Angst nur von meinem mangelhaften Gottvertrauen. Ich habe immer gedacht, dass ER meine Seele heil bewahren wird. Die tiefen Risse, die sie nun in den letzten Monaten bekommen hat, haben dieses Vertrauen stark erschüttert.
Vielleicht war es falsch zu erwarten, dass ER meine Seele beschützt. Vielleicht muss ich neu lernen IHM zu vertrauen - darauf zu vertrauen, dass ER alle Risse und Brüche, die ER zulässt eines Tages heilen wird.

Mittwoch, 30. November 2016

Liebe kostet

Man könnte sagen: "Du bist ja selber schuld. Was musst du auch so viele Gefühle investieren. Warum müssen dir Beziehungen auch so wichtig sein? Warum bist du nicht einfach bei deinem Berufswunsch aus Abizeiten (egal - hauptsache es hat nichts mit Menschen zu tun) geblieben? Warum baust du nicht einfach eine dicke Mauer um dein Herz und schützt es so vor allen Gefühlen? Vor allen Verletzungen und Enttäuschungen?"
Und manchmal frage ich mich das selbst. Aber ich will nicht, dass das eine echte Option für mich wird. Das darf nicht meine Lösung sein. Ich will kein eingemauertes, verhärtetes und verbittertes Herz. Auch wenn das manchmal als der einfachere Weg erscheint.
Ich will lieben. Auch um den Preis von Verletzungen und Enttäuschungen. Ich nehme sie in Kauf. Aber immer wieder muss ich feststellen, dass das ein verdammt hoher Preis ist. Es kostet - es kostet mich viel bei dieser Entscheidung zu bleiben.

Was hilft mir ganz praktisch bei der Umsetzung? Ich weiß nicht, ob es irgendwelche allgemeingültige Rezepte gibt, oder ob man jedes Mal, wenn man "zur Kasse gebeten" wird neue Taschen im Umhang der Liebe entdecken muss, aus denen man das nötige Kleingeld - die nötige Kraft - schöpfen kann.
Zwei Taschen, die ich bei mir in den letzten Tagen und Monaten entdeckt habe, möchte ich gerne mit euch teilen.

Einmal war ich gerade dabei mich in meinem Schmerz zu suhlen und meinen Rachegelüsten nachzuhängen. Ich überlegte, was ich der betreffenden Person alles fieses an den Kopf werfen könnte oder wie ich es ihr mit Reaktionen, die ihre Handlungsweise spiegeln, heimzahlen könnte. Ich litt wegen ihr - also sollte sollte auch sie leiden. In diesen Gedankenstrom hinein fiel mir plötzlich ein Bibelvers ein: "Mein ist die Rache, spricht der Herr." Das saß. Es dauerte einen Moment, aber dann konnte ich mithilfe dieses Satzes meine Rachegelüste loslassen. Ich sah ein, dass es nichts bringt, mich auf das gleiche Niveau hinabzubegeben und Gleiches mit Gleichem zu begleichen. Wenn mir Unrecht angetan wurde, dann wird ER für Gerechtigkeit sorgen. Ich aber soll der Person gegenüber weiterhin freundlich und zugewandt sein.

Das zweite Mal war der Preis mindestens 100 Größenordnungen höher. Der Schmerz schier unermesslich und scheinbar nie wieder nachlassend. In diesem Schmerz half mir die Tasche mit der Rache Gottes nicht im Geringsten. Es tat einfach viel zu sehr weh, als dass ich meine Wut einfach so hätte loslassen können. Sehr viel länger musste ich diesmal meinen Umhang abklopfen und als ich eigentlich schon nicht mehr daran glaubte, dass ich den Preis diesmal würde zahlen können, als ich kurz davor war, von meiner Entscheidung zu lassen und doch die Tür zu meinen Gefühlen fest zu verschließen, da erhielt ich plötzlich eine Antwort auf die Frage: "Warum sollte ich diesen Schmerz ertragen?" Sie lautete: " Weil die Liebe diesen Schmerz lieber selbst erträgt, als zu sehen, wie der Geliebte diesen Schmerz aushalten muss." Und die Antwort auf die Frage warum ich eine Person, die mir so weh tut, noch lieben sollte, wusste ich leider schon vorher: "Weil sie geliebtes Kind Gottes ist." Und ich will mehr und mehr versuchen alle Menschen mit Gottes liebendem Blick anzuschauen. Ohne Ausnahme. Das bedeutet auch jenen Liebe zu schenken, mit denen ich nicht befreundet bin - ja, mit denen ich mir in 100 Jahren keine Freundschaft vorstellen könnte.

Ich muss ganz ehrlich sagen: auch wenn es mir damit gelingt das Ganze theoretisch zu akzeptieren, es dann wirklich in der Realität und mit meinem ganzen Sein anzunehmen ist etwas völlig anderes. Es tut weh. Und selbst wenn ich vom Kopf her sage: "Aus Liebe zu jener Person, bin ich dazu bereit den Preis zu zahlen." bin ich mir noch nicht sicher, ob mein Herz das wirklich aushält. Ich weiß nicht, ob in der Tasche, die ich da entdeckt habe, wirklich genug Kraft drin ist.

Montag, 28. November 2016

Liliengleich

In der Zeit vor meiner Profess habe ich in dem Buch Exercitia spiritualia (geistliche Übungen) von Gertrud von Helfta gelesen. Am Tag selbst dann insbesondere im vierten Exercitium, das überschrieben ist mit "Profess der Seele vor Gott". Darin finden sich wunderschöne Gebetsworte, von denen ich hier einige wiedergeben möchte:

"Jesus, guter Hirte: mach, dass ich höre und erkenne deine Stimme, die mich wegruft von allem, was hindernd mich fernhält von dir. In deinen Arm hebe mich auf. [...]
Siehe, ich trete hin zu dir, o verzehrendes Feuer, mein Gott. In der feurigen Gewalt deiner Liebe verschlingst du mich kleines Staubkorn: verzehre mich bis aufs Innerste und sauge mich hinein in dich.
Siehe, ich trete hin zu dir, mein Licht. Lass dein Angesicht aufleuchten über mir, dass meine Finsternis werde wie heller Mittag in deiner Gegenwart. [...]
In den Abgrund inniger Liebe bin ich geworfen: versenke mich vollends darin!  [...] in dir, oh mein wahres Leben, mache mich neu. [...]
O komm, edle Liebe: ich bin nur ein unedler Halm; doch durch dich, durch deinen blühenden Anblick, bin ich der Lilie gleich."

Sonntag, 27. November 2016

wie konnte ich nur?

... jemals vergessen wie schön der Advent im Kloster ist. Gestern mit der ersten Vesper des ersten Advents fing er an. Plötzlich sind es andere Antiphonen die wir zu den Psalmen singen. Sie haben einen anderen Charakter und gleich ist die ganze Stimmung irgendwie anders.
Und dann vor dem Abendessen im dunklen Refektorium bei Kerzenschein "Rorate caeli" singen - zum Dahinschmelzen. Der Advent ist eine wunderschöne Zeit und es ist schade, dass er draußen meistens untergeht. Unter normalem Alltag, unter Vorweihnachtsstress mit Weihnachtseinkäufen, Weihnachtsmärkten, Weihnachtsdeko und Weihnachtsmusik aus allen Lautsprechern. Da geht er unter - der eigentliche Advent. Der Advent der stillen und hoffnungsvollen Erwartung. Der Advent der leisen Töne und tiefen Sehnsüchte. Der Advent, der noch nicht Weihnachten ist. Der noch karg und trocken - aber schon von Kerzen erhellt ist.
Ich liebe ihn. Diesen Advent im Kloster. Und ich wünsche euch, dass ihr beim Anzünden eures Adventskranzes etwas davon erspürt. Möge der Herr euren Advent segnen und eure Sehnsucht nach Ihm stärken.


Samstag, 26. November 2016

wieder dabei

Ja, ich bin wieder dabei. Damit meine ich nicht nur, dass ich wieder richtiges Ordensmitglied bin, sondern auch, dass ich nach einer Woche im Bett nun wieder überall dabei bin. Endlich wieder mit am Chor, mit im Refektor - einfach überall dabei. So schön.
Apropos schön - auch meine Profess vor einer knappen Woche war schön. Sie war zwar echt schnell vorbei, aber mein Gast hat es recht gut in Worte gepackt: "Es war nüchtern und doch ergreifend."
Ich habe mich also festgelegt. Für drei Jahre gebunden. Bin ich jetzt festgelegt? Festgebunden? Gefesselt? Unfrei?
Nein. Ich bin enger verbunden mit der Gemeinschaft. Tiefer verwurzelt im Kloster. Mehr zu Hause.
Eine Schwester aus einem anderen Haus hat mir einen Brief geschrieben und ich habe mich riesig über einen Satz gefreut: "Du bist wieder heim gekommen."
Ich bin wieder da - dabei - da-heim.
Und dafür DAnke ich von ganzem Herzen!

Samstag, 19. November 2016

Für drei Jahre

Binde ich mich morgen an dieses Haus, diese Gemeinschaft, diese Lebensweise. Ich lege Profess ab. Wie vor fünf Jahren am 20.11. - dem Fest Christkönig. ER ist noch immer mein König. Mein Bräutigam. Mein geliebter Herr und Gott. Ich weihe Ihm mein Leben und schenke Ihm alles, was ich bin und habe. Denn Er hat sich mir zuerst geschenkt. Er hat mich von Ewigkeit her geliebt und sich mir hingegeben.
Ich freue mich auf die drei Jahre, die vor mir liegen und bin gespannt, was sie alles für mich bereithalten.
Das Leben mit und für Ihn ist einfach so schön!

Mittwoch, 16. November 2016

Sehnsucht bis zum letzten Atemzug

Heute hat mich die Frage beschäftigt, warum wir eigentlich immer das haben wollen, was andere haben. Ja - auch im Kloster ist Neid ein Thema - und nicht gerade das Kleinste. Und das obwohl man doch eigentlich freiwillig auf jede Form von Besitz verzichtet. Aber man kann auf so viel mehr neidisch sein, als das neue Auto des Nachbarn oder das neue Smartphone der Freundin. Der Neid kann aufkommen, wenn ich feststelle, dass ein anderer etwas besonders gut kann, wenn ihm etwas Besonderes erlaubt wird, oder ihm einfach nur etwas Nettes gesagt wird.
Es war eine Belanglosigkeit, die mich zum Nachdenken brachte. Beim Frühstück schmierte sich die Schwester neben mir Honig aufs Brot und ich dachte: "Oh, Honig! Ich will auch!" Und schon ging es los. Das Nachdenken darüber, warum ich jetzt das will, was ich bei der anderen sehe.
Ich glaube, dass der letzte Grund für unser "Haben-Wollen-Was-Andere-Haben" in einer ungestillten Sehnsucht liegt. Wir spüren, dass uns etwas fehlt. Dass wir nicht ganz komplett sind. Dass wir die letzte Vollendung und perfektes Glück noch nicht erreicht haben.
Aber egal was wir uns anschaffen, was wir essen oder welchen Urlaub wir machen - es wird nie reichen. Nichts auf dieser Welt kann diese tiefste Sehnsucht nach vollkommener Erfüllung befriedigen. Wir sind auf Gott hin geschaffen. Deshalb spüren wir, dass uns noch etwas fehlt, bis wir bei Ihm angekommen sind.
Wenn ich das weiß,  dann kann ich ganz gelassen auf alles Schöne schauen, das ein anderer hat oder darf, weil ich weiß, dass selbst wenn ich es hätte - es würde mich nicht wirklich glücklich machen. Wenn ich weiß, dass all mein "Haben-Wollen" in der Sehnsucht nach Gott begründet ist, dann kann ich die Dinge dieser Welt loslassen und mich nach Gott ausstrecken - nach Ihm, der mein wahres Glück ist in Ewigkeit.

Wenn ich das nicht weiß, dann denke ich bei allem, was ich bei anderen oder in der Werbung sehe: "Vielleicht brauche ich nur noch das - und dann bin ich wirklich glücklich." Dann laufe ich jedem Trend hinterher und lasse mich ständig manipulieren.
Dann findet mein Herz keine Ruhe.

Mittwoch, 9. November 2016

Wissen wie es geht

Es ist bemerkenswert. Wie gut man sich in einem völlig fremden Kloster zurechtfindet, wenn man Erfahrung im Klosterleben hat. Insbesondere dann, wenn es sich um Klöster des selben Ordens handelt. Völlig egal in welchen Winkel der Erde man reist - man kennt sich aus. Vielleicht nicht mit allen Gepflogenheiten, aber doch mit vielen. Man weiß wie man sich wo zu verhalten hat, welches der eigene Platz ist, wie die "Choreographie" in der Kirche geht und in welcher Melodie man die Psalmen singt. Auch wenn man kein Wort der dortigen Sprache versteht, so kann man sich doch sofort ein Stückchen zu Hause fühlen.
Wie ich finde eine großartige Sache, die weltweite Ordensfamilie. DANKE, dass euch alle gibt!
Egal wo wir herkommen und wie wir aussehen - wir leben ähnlich und haben alle das gleiche Ziel.

Dienstag, 8. November 2016

Eindrücke vom französischen Kloster Rieunette

In der letzten Woche hatte ich die Gelegenheit das wunderschöne, kleine und abgelegene Kloster Rieunette in den Bergen hinter Carcassonne zu besuchen. Dort lebt eine beeindruckende Gemeinschaft von fünf Schwestern. Ich bin wirklich sehr bereichert heimgekehrt. Hier ein paar Bilder:

Blick auf den Gästebereich - ganz links: Werkstatt - ganz rechts: Kirche

Blick in den Kreuzgarten vom 1. Stock aus

Blick in den Kreuzgarten vom Kreuzgang aus

Friedhof an der Kopfseite der Kirche

Klosterkirche von innen


einer der Gärten

Freitag, 28. Oktober 2016

Alles am richtigen Platz

Endlich. Seit heute darf ich wieder Habit tragen. In Vorbereitung auf das Fest des Patrons der hoffnungslosen Fälle und meine Umkleidung habe ich gestern meine Zelle aufgeräumt und geputzt und meine Haare geschnitten.
Da wurde es gleich etwas luftiger am Kopf.
In der Schneiderei durfte ich ein letztes mal einige Stücke anprobieren und dann meine Ordenskleidung mitnehmen. Das Outfit für heute hängte ich gleich hinter die Tür und hatte sofort das Gefühl, dass der Habit endlich wieder am richtigen Platz hängt.
Da gehört er hin, wenn ich ihn nicht gerade an habe.
Noch viel intensiver wurde das Gefühl von "endlich passt alles" dann heute früh, als ich in voller Montur meine Zelle verließ. Erst im Tragen des Habits wurde mir klar, wie sehr ich ihn vermisst hatte.
Wenn ich sagen soll, wie es mir jetzt am Ende dieses Tages geht, so würde ich - um im Bild der letzten Tage zu bleiben - sagen, dass mein Herz vom Grund des tiefen Brunnens in meine Brust zurück gekehrt ist, dass es singen und spielen will, dass es jauchzt und Gott lobpreist.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

keine einmalige Sache

Mit einem Mal war es nicht getan. Schon am nächsten Tag merkte ich, dass der Klumpen der Gleichgültigkeit wieder in den Brunnen gefallen war. Ich übergab ihn erneut Jesus und goss einen Krug mit Wasser der Freude in den Brunnen. Und bei genauerem "In-mich-hineinhören" fand ich da noch ein paar Brocken, die mir tags zuvor noch nicht bewusst geworden waren. Einer - nicht besonders groß, aber dafür in der Wand verkeilt und nur mit größter Mühe und Seiner Hilfe überhaupt rauszuholen - war ein Stein des Widerwillens und der Abneigung einer anderen Person gegenüber. Als er draußen war ließ ich mir einen Krug der Liebe geben. Nicht den Kleinen und auch nicht den Mittelgroßen. Sondern einen sehr großen Krug. Auch den Fels der Enttäuschung holten wir herauf und begossen mein Herz mit Wasser des Verständnisses.
Es ist wohl eine Arbeit, die mich jeden Tag erwartet. Zu schauen, welche Steine wieder in meinem Brunnen gelandet sind und sie meinem Bräutigam zu übergeben, um mich von Ihm mit Liebe erfüllen zu lassen.

Das mögen alles nur erdachte Bilder sein. Hirngespinste in meinem Kopf. Aber mir helfen sie im Moment gerade sehr dabei, wieder ein normales und positives Gefühlsleben zu entwickeln.

Montag, 24. Oktober 2016

Der Brunnen


Mir war, als läge mein Herz auf dem Grund eines tiefen Brunnens. Verschüttet unter vielen Gesteinsbrocken, die ich hineingeworfen hatte, um die Tiefe aufzufüllen. Um die Leere nicht mehr zu spüren. Und ich spürte sie tatsächlich nicht mehr. Verschüttet unter all dem Unrat spürte mein Herz gar nichts mehr. Keine Sorgen, keine Ungeduld, keine Freude, keine Liebe. Meine Gefühlswelt war zu einer weglosen Ödnis geworden. Einem umfassenden Nichts.
Es war im Gebet, als in mir dieses Bild des Brunnens aufstieg, das mir half zu verstehen. Im Gebet, nachdem ich immer und immer wieder in meiner Hilflosigkeit gefragt hatte: Was soll ich tun? Mein König, was soll ich tun? Mein Freund, was soll ich tun? Mein Geliebter, was soll ich tun?
Und plötzlich gab es etwas, das ich tun konnte. Ich konnte mit IHM gemeinsam den Brunnen leeren und neu füllen, indem ich sagte: "Ich gebe Dir diesen großen schweren Stein der Gleichgültigkeit." Und ich legte ihn IHM in die Hände. Und weiter sagte ich: "Ich nehme von Dir einen Krug voll Wasser der Sehnsucht." Und ich goß ihn in den Brunnen. Weiter sagte ich: "Ich gebe Dir diesen großen schweren Stein der Taubheit und nehme von Dir einen Krug voll Wasser der Freude." - "Ich gebe Dir diesen Klumpen Eis, in den ich mein Herz gepackt habe und nehme von Dir einen Krug voll Wasser des Lebens."
Und Stück für Stück begann ich mein Herz wieder zu fühlen und ich erinnerte mich schließlich daran, wie ein Brunnen eigentlich funktioniert. Er füllt sich von unten her mit Wasser. Er wird gespeist aus den Tiefen. Und tief drin in mir lebt ER. Und ER ist es, der nun den Brunnen, in dem mein Herz liegt, mit dem Wasser Seiner Liebe tränkt.

Samstag, 15. Oktober 2016

O Herr hilf!

Dass ich mich nicht abhängig mache von der Anerkennung anderer.
Dass ich nicht herumposaune, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, nur um Mitleid zu erhaschen.
Dass ich sehe, wenn es anderen schlecht geht und Worte finde, die aufbauen statt weiter runterzuziehen.
Dass ich an meinen Fehlern arbeite, statt über die von anderen zu grübeln.
Dass ich für jeden zu jederzeit ein offenes Ohr und ein offenes Herz habe.
Dass ich mich nicht so wichtig nehme.
Dass sich die Ungeduld in mir in Langmut und nicht in Gleichgültigkeit und Resignation wandelt.
Dass ich mich nicht von Kleinigkeiten runterziehen lasse.
Dass ich nicht so empfindlich bin.
Dass ich nicht gesehen werden will, wenn ich Gutes tue.
Dass ich den anderen liebevoll sein lasse, wie er ist.
Dass ich Dich in allem suche und Deinen Willen erkenne.

Denn ohne Dich schaffe ich das nicht!

Freitag, 14. Oktober 2016

Der Kampf hat begonnen

 
Ich konnte es nie leiden, wenn die Leute gesagt haben: "Das Leben ist ein Kampf." Ich fand immer den Satz "Das Leben ist schön!" angemessener und hilfreicher. Dabei bleibe ich auch. Aber trotzdem habe ich nun den Kampf angenommen. Den Kampf gegen den Bandscheibenvorfall. Ich kämpfe darum wieder einen gesunden und starken Rücken zu haben (natürlich in dem Wissen, dass die LWS eine Schwachstelle bleiben wird).
Ich habe das Gefühl nun in der dritten Phase angekommen zu sein. Die erste Phase, die von April bis Juli ging, war durch einen Lernprozess und die stärksten Schmerzen gekennzeichnet. Ich lernte neu auf meinen Körper zu hören und auf ihn zu achten. Ich wurde ihm gegenüber gehorsam - in dem Sinne, dass ich Pausen einlegte, wenn er es verlangte und mich leicht bewegte, wenn ich spürte, dass es ihm gut tut.
In der zweiten Phase, die bis vor drei Wochen ging, habe ich das Problem vor allem verdrängt und die Schmerzen ignoriert.
Dann begann ich mit Arztbesuchen und wiederaufgenommener Physiotherapie wieder an dem Problem zu arbeiten, hatte aber zunächst keine deutlichen Erfolge. Das lag wohl auch daran, dass ich eher passiv geschehen ließ. Nun habe ich beschlossen, dass es an der Zeit ist härtere Bandagen anzulegen und wirklich zu kämpfen. Mein Wecker klingelt nun eine halbe Stunde früher (also um viertel nach vier), damit ich vor der Vigil MaxxF machen kann. Es sind mir zwar noch nicht ganz alle Übungen wieder möglich, aber da gibt es ja Alternativen. Abends vor dem Schlafengehen mache ich nun ein 30-minütiges Stretching-Programm und zum Chorgebet trage ich eine Bandage, die die LWS stützt und entlastet.
Meine Orthopädin meinte, dass ich in meinem Alter und mit dem Befund (keine deutliche Höhenverringerung der betroffenen Bandscheibe) gute Chancen habe, dass sich der Vorfall zurückbildet.
Das klingt doch, als würde es sich lohnen zu kämpfen! Ich freue mich jedenfalls schon auf die Zeit, in der der Alltag wieder völlig schmerzfrei sein wird.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

eine richtige Schwester

Natürlich bleibe ich nett und freundlich. Aber so langsam muss ich zugeben, bin ich ein bisschen genervt. Durch die Arbeit in der Sakristei komme ich jeden Tag mit Priestern in Kontakt. Und es ist fast jeden Tag ein anderer. Früher oder später kommt dann immer die unvermeidliche Frage: "Sind Sie Postulantin hier?" Vielleicht sollte ich einfach dazu übergehen mit "Ja" zu antworten. Das wäre deutlich einfacher - aber eben nicht die Wahrheit. Die braucht mehr Worte und zieht oft noch mehr Fragen nach sich.

Heute kam die Frage in einer anderen Form, nachdem ich einer Gruppe während der Führung als jüngste Schwester der Gemeinschaft präsentiert worden war. Eine Frau kam auf mich zu und meinte: "Entschuldigen Sie, darf ich Sie mal was fragen?" Sicher. Auch wenn es selten angenehm weitergeht, wenn es so angefangen hat...
Die Frage lautete dann: "Sind Sie eine richtige Schwester?" Wiederum wand ich mich und erklärte meine Situation. Dabei hätte ich eigentlich mit einer Gegenfrage antworten sollen: "Was macht denn für Sie eine richtige Schwester aus?" Denn erst, wenn ich weiß, wann man in ihren Augen eine richtige Schwester ist, kann ich die Frage mit Ja oder Nein beantworten.

Die Frage ging mir nach. Wann bin ich eine richtige Schwester? In rund zwei Wochen, wenn ich den Habit tragen darf? Wenn also jeder von außen sieht: das ist eine Schwester!? Oder in knapp sechs Wochen, wenn ich für drei Jahre Profess ablege? Wenn ich durch ein Gelübde an das Leben als Ordensschwester gebunden bin? Oder ist man erst dann richtige Schwester, wenn man eine Lebensentscheidung getroffen und Ewige Profess abgelegt hat? Oder vielleicht erst nach 12 Jahren im Orden, einer Zeit, die man - wie mir gesagt wurde - braucht, bis man wirklich versteht, was es bedeutet ein monastisches Leben zu führen.
Irgendwie ist für mich keine dieser Antworten wirklich befriedigend. Vielleicht ist die Frage einfach grundsätzlich falsch.
Was meint ihr?
War ich damals als Novizin richtigere Schwester als jetzt?

Sonntag, 9. Oktober 2016

Aufgaben und Dienste


So wie es wohl in den meisten WGs einen Putzplan gibt, so gibt es im Kloster einen Plan für die Dienste. Dieser ist nicht für die Aufgaben, die eine Schwester fest für einen langen Zeitraum übertragen bekommen hat - wie die Betreuung der Gäste, des Klosterladens, das Waschen der Wäsche u.ä. - sondern für die "kleinen" Dienste, die in jeder Woche von jemand anderem übernommen werden. Da gibt es eher praktische Dienste, wie das Spülen und Tischdienen und die liturgischen Dienste, wie Invitatorin und Leserin.
In den ersten Wochen meines Hier-Seins hatte ich immer jeweils einen Dienst und als ich nun zum ersten Mal nicht auf dem Plan stand, war ich enttäuscht. Es fühlte sich an wie weggeschickt-werden. Bis mir dann eine Schwester erklärte in welcher Reihenfolge die Schwestern mit welchem Dienst wann dran sind und dass es ganz normal sei, dass es immer wieder Wochen gebe, in denen man keinen von den Diensten auf dem Plan hat.
Eine Woche später habe ich dann wieder einen Dienst und in der Zwischenzeit gibt es ja andere Möglichkeiten sich einzubringen. So gibt es zum Beispiel einen anderen Plan, auf dem man sich selbst eintragen kann, um Essen zuzubereiten für die Schwestern.
Als feste Aufgabe (neben der Arbeit am Computer) habe ich im Moment vertretungsweise die Sakristei. Eine Aufgabe, die ich auch in meinem alten Kloster schon immer gerne gemacht habe. Besonders liebe ich es in die dunkle Kirche zu kommen - morgens um die erste Kerze zu entzünden und abends, um die Kirchentüre abzuschließen. Den Kirchenraum in Dunkelheit und Stille zu erleben und zu erspüren ist etwas ganz besonderes, das mich jedes Mal aufs neue mit Freude erfüllt und meine Hingabe an Gott stärkt.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Gemeinschaft!

Den Quasi-Ausschluss von gestern nehme ich zurück. Es ging mir einfach wirklich nicht gut, aber am Ende des Tages war ich dann ganz gerührt von der liebevollen Sorge meiner Mitschwestern. Es kamen Schwestern, um mich zu trösten, mir zuzuhören, mir etwas zu essen zu bringen, mich in den Arm zu nehmen.
Das war großartig. Und so ging es mir heute gleich viel besser. Nicht vom Rücken her, aber von der inneren Verfassung. Morgen habe ich einen Termin bei einem sehr guten Physiotherapeuten und nächste Woche beginne ich mit einem Rückenfitness-Kurs.
Irgendwie wird das alles schon wieder.

Dickes Danke an meine Mitschwestern: Ihr seid die Besten!


Mittwoch, 5. Oktober 2016

Am Boden


zerstört ist vielleicht zu viel gesagt, aber gebrochen auf jeden Fall. Der Bandscheibenvorfall bereitet mir nach wie vor Probleme. Die letzten beiden Monate habe ich die Schmerzen einfach so gut es ging ignoriert. Seit ich letzte Woche beim Arzt war und mir gesagt wurde, dass die Reflexe links schlechter sind als rechts und dass dies, wenn man es zu lange nicht behandelt zu dauerhaften Lähmungen führen kann, geht das nicht mehr. Ich nehme die Schmerzen plötzlich wieder viel aufmerksamer wahr und habe das Gefühl,  dass sie von Tag zu Tag schlimmer werden. Die Überweisung zum Neurologen wurde mir mit dem Hinweis gegeben, dass die Nervenleitmessung möglichst bald durchgeführt werden sollte. Ich habe versucht einen Termin zu bekommen. In dieser und umliegenden Städten. Alles was ich zu hören bekam, waren Sätze wie: "dieses Jahr geht nichts mehr" oder "wegen Überfüllung nehmen wir keine neuen Patienten" oder "der früheste Termin, den wir Ihnen geben können, ist im März 17".
Das sind Momente, in denen ich mich dann doch leise frage: "warum bin ich nicht in Bremen geblieben?"
Was mir noch mehr ausmacht, als das erdrückende Gefühl der Ohnmacht angesichts des Ärtztemangels hier, ist der quasi-Ausschluss aus der Gemeinschaft. Zumindest, wenn ich die Anweisung meines Physiotherapeuten befolge, der sagte: "Tu alles, um Schmerzen zu vermeiden." Schmerzen vermeiden bedeutet unter anderem nicht sitzen. Nicht sitzen bedeutet nicht zu Chor und nicht zu Tisch gehen zu können.
Wenn ich daran denke, wie sehr ich das Chorgebet in meiner Zeit "draußen" vermisst habe, und dass ich jetzt nicht hingehen kann, weil diese dämlichen Schmerzen nicht weggehen, dann ist mir nur mehr nach heulen zu mute.


Sonntag, 2. Oktober 2016

Dank mit Flashback

Altar zum Erntedankfest
Ich mag Erntedank. Es ist ein wirklich schönes Fest. Alle werden daran erinnert Danke zu sagen. Und es gibt so viele Gründe zu danken. Die Dankbarkeit ist eine Haltung, die mich - Gott sei Dank! - mein ganzes Leben begleitet hat. Selbst in Phasen, in denen ich nicht an Gott geglaubt habe, war ich dankbar. Heute weiß ich, wem mein Dank in erster Linie gilt. IHM sage ich gerne jeden Tag aufs Neue:

Danke!
Für dieses Leben.
Danke!
Für meine Familie.
Danke!
Für diese Welt.
Danke!
Für meine Freunde.
Danke!
Für meine Talente.
Danke!
Für meine Gesundheit.
Danke!
Für Deine Nähe.

Und ich kann die Liste beinahe endlos fortsetzen...

Mit dem Fest Erntedank verbindet mich seit sechs Jahren noch eine ganz besondere Erinnerung. Es war damals der Tag meiner Einkleidung. Der Beginn meines Noviziates. Der erste Tag als Schwester Maria ... . So kehrten meine Gedanken heute immer wieder zu diesem Tag zurück. Zu einzelnen Momenten. Der Zeremonie im Kapitelsaal. Dem Umkleiden in einem Nebenraum. Dem Abschied von meiner Familie.
Und so schön und wichtig die Erfahrungen während des Noviziates auch waren - ich bin dankbar, dass ich nicht nochmal eines machen muss.


Erinnerungssplitter vom Tag meiner Einkleidung - Führung meiner Familie durch das Kloster

Mittwoch, 28. September 2016

Umstellung


Es hat ein paar Wochen gedauert, aber so langsam habe ich das Gefühl, dass sich mein Körper umgestellt und an den Rhythmus angepasst hat. Ich bekommen nicht mehr 1-2 Stunden vor jeder Mahlzeit Hungerattacken und auch der Wecker reißt mich morgens nicht mehr aus tiefstem Tiefschlag. Alles passt sich nach und nach den Uhrzeiten im Kloster an, und an dem ein oder anderen Tag bin ich schon eine Minute vor dem Wecker aufgewacht.
Es ist schön zu spüren, dass mein Körper meinen Geist und mein Empfinden einholt und jetzt auch ganz angekommen ist.

Sonntag, 25. September 2016

Klosterküken

Nicht solche 'Pseudos' wie ich - sondern richtige echte Klosterküken sind vor ein paar Tagen bei uns geschlüpft. Momentan wachsen und gedeihen sie in unserem Heizungsraum und fiepsen dabei oft so laut, dass es über den ganzen Refektoriumsgang schallt. Wenn sie dann groß genug sind, kommen sie raus zu unseren anderen Hühnern, die uns mit frischen Eiern versorgen.
Als ich vor Jahren damit anfing unter diesem Pseudonym zu bloggen, hätte ich nie gedacht, dass ich eines Tages wirkliche Klosterküken sehen würde. Und nicht nur das - gestern und heute durfte ich sie mit frischem Wasser versorgen und ihren weichen Flaum fühlen.
Das Leben ist und bleibt ein Wunder!

Drei der fünf Küken, die zur Zeit in unserem Kloster wohnen

Freitag, 23. September 2016

Culpa

Vielen ist sie völlig fremd. Aber ich finde es schön, dass unsere Oberin ganz behutsam versucht sie wieder einzuführen: die Culpa. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war sie in allen Klöstern verbreitet, danach wurde sie vielerorts abgeschafft. Dabei schenkt sie die Möglichkeit sich in einem würdigen Rahmen bei der Gemeinschaft zu entschuldigen. Dabei geht es nicht darum Sünden zu bekennen - das ist der Beichte vorbehalten. Vielmehr geht es darum einige Begebenheiten anzusprechen, bei denen man die anderen gestört oder der Gemeinschaft geschadet hat. Es wird nicht erklärt, begründet, nach Rechtfertigungen gesucht und diskutiert. Es wird einfach nur benannt und um Verzeihung gebeten. Alle unterstellen dabei jedem die besten Absichten und es wird allen neu bewusst, dass jeder Fehler macht, dass es dem anderen leid tut, was er getan hat und dass man sich nicht so darüber aufregen muss. Es tut der Atmosphäre und dem Untereinander gut.
Heute war nun meine erste richtige Culpa. Da die Menschen dazu neigen unterschiedlich zu sein, wurde festgelegt, dass jeder drei Dinge sagen soll.
Wofür ich um Verzeihung bat? Dafür in der Messe die falsche Lesung vorgelesen zu haben, dafür ein Glas zerbrochen zu haben und dafür gestern den Beginn der Messe und die Terz verschlafen zu haben.
Mal sehen, was sich im Laufe der nächsten Woche so ansammeln wird, und ob es wirklich nie vorkommt, dass einem nicht wirklich etwas einfallen will...

Donnerstag, 22. September 2016

Geduld

Es fällt mir schwer. Das Abwarten. Geduldig zu bleiben. Die Zeit nicht acht Wochen vordrehen zu können. Ich will dazugehören. So richtig. Mit allem, was dazu gehört. Ich will den Habit tragen dürfen. Morgens dran denken müssen den Schleier aufzusetzen. Ich will gebunden sein durch die Profess. Ich will Nonne sein. Innerlich und äußerlich.
Aber alles "ich will" muss ich loslassen. Mich überlassen. Dem Willen Gottes und der Oberen folgen. Und was sind schon acht Wochen?
Mein Innerstes schreit: Eine Ewigkeit!

Sonntag, 18. September 2016

Miteinander schweigen

gemeinsam schweigen - zusammen hinhören
In der ersten Woche hier habe ich das Buch "Weil du Gott bist - Hinführung zum Inneren Gebet" von Henri Caffarel gelesen. Ein wirklich gutes kleines Büchlein, das mir geholfen hat mich ganz auf Gott auszurichten. An einer Stelle - schon relativ am Ende des Buches - zitiert er aus einem Brief von jemanden, der über eine Bekanntschaft schrieb: "Wir kennen uns noch nicht gut. Wir haben es noch nicht gewagt miteinander zu schweigen."
Es gibt das unangenehme Schweigen, das entsteht, wenn man jemanden nicht gut kennt und nicht weiß, was man sagen soll, oder wenn man so sehr im Streit mit jemandem liegt, dass keiner mehr ein Wort sagen will. Aber es gibt auch das vertraute und intime Schweigen, von dem in jenem Brief die Rede ist. Ein Schweigen, in dem man sich ohne Worte versteht.
Ich finde es sehr schön, dass es im Kloster Orte und Zeiten gibt, in denen wir miteinander schweigen. Wir schweigen in der Kirche, während dem Essen, während der Arbeit, nach der Komplet. Ein Schweigen, das im inneren Gespräch mit Gott die anderen Anwesenden liebend umfängt.

Samstag, 17. September 2016

Seife ohne Ende

Meine ersten guten Seifen
Die Mitschwestern waren in den letzten beiden Wochen so produktiv in ihrer Herstellung von Lavendelsäckchen für den Klostermarkt in Walkenried, dass ich mich anstecken ließ. Schon lange hatte ich mich mit dem Gedanken getragen das Seifemachen mal auszuprobieren. Für die ersten Versuche und auf die Schnelle bestellte ich mir Glycerin-Seife zum Schmelzen und goss sie in Eiswürfelformen, die ich zu dem Zweck schon vor über einem Jahr gekauft und bisher nie genutzt hatte. Der erste Versuch war nicht zufriedenstellend, was den Geruch anging, der nächste Versuch hatte ein inakzeptable Farbe. So wurde drei Tage nach der ersten Bestellung eine weitere Bestellung aufgegeben und kurz darauf wurden Farben, Düfte und neue Formen geliefert.
Seither gibt es schöne Ergebnisse und mir kommen immer mehr Ideen. Mittlerweile ist die dritte Bestellung binnen einer Woche unterwegs und ich bin sehr gespannt, wie die Leute am nächsten Wochenende meine Seifen finden werden.
Der nächste Schritt, auf den ich mich schon freue, wird dann sein, die Seife selbst zu sieden, um richtige Naturseifen machen zu können.

Heute gegossene Engelsseife

Freitag, 16. September 2016

Mechthild von Magdeburg

Transparente Mechthildstatue in Magdeburg
Vor ein paar Tagen war eine junge Finnin hier, die erklärte, dass sie eine Dissertation über christlichen Tanz im Mittelalter schreibe. Da sie unter anderem über Mechthild von Magdeburg schreiben wolle, war sie auf der Suche nach Dokumenten und Schriften.
Originaldokumente haben wir hier natürlich nicht, nachdem an dieser Stelle über Jahrhunderte nur Ruinen standen, aber einige Schriften über die drei heiligen Frauen haben sich dann doch angesammelt. Als ich im Zuge der Recherche für die junge Frau begann in einer Arbeit über Mechthild querzulesen, sprangen mir wunderschöne Sätze ins Auge, die ich heute - anlässlich des Festes der seligen Mechthild von Magdeburg - mit euch teilen will:

"Der Heilige Geist ist ein Minnesänger, der Gott und Mensch zur Sprache der Liebe lockt. Er lässt die Saiten der Minne erklingen und lockt ihre tanzende Harmonie hervor. Er spielt der Dreifaltigkeit zum Tanz auf und singt das Lied der Schöpfung. [...]
Der Minnesänger spielt so lange auf, bis die Seele ihren Ton findet und ihren eigenen Gesang anstimmt, bis sie nicht mehr verstimmt ist und aus ihrem Verstummen erwacht. Er spielt auf zum Tanz und schlägt die Harfen des Himmels, damit der Kosmos von Leben durchflossen wird. Die Seele lebt begeistert auf im Wort, das sich in ihrem Mund formt. Hier verbinden sich Gottheit und Menschheit, und die Seele gewinnt göttliches Leben."

"Und wenn Mechthild den Heiligen Geist als Minnesänger bezeichnet, meint sie nicht, dass jemand mit einer Leier in den Wolken sitzt. Vielmehr besingt sie eine Lebensmacht, die ihr in der Dunkelheit des Verstummens das Wort erhellt und dem Leben eine neue Richtung gibt. Ihre Rede vom heiligen Geist überwindet die Gefahr tödlicher Resigation, die im Verstummen liegt. Sie macht sich einer neuen Sprache auf die Spur, ihrer Sprache der Gottesminne, damit die erleuchtende Macht der Liebe zum Leben in den zermürbenden Konflikten des Alltags die Oberhand gewinnt und das Wort spricht, das die Niedergeschlagenen aufrichtet." (aus: Verschwiegene Gottesrede - Die Mystik der Begine Mechthild von Magdeburg, von Hildegund Keul)

Mittwoch, 14. September 2016

Natürliche Rückkehr

Während das Weggehen für so viele komische Momente und Gefühle gesorgt hat, ist das Wiederkommen nach drei Jahren überhaupt nicht komisch. Es ist wie ein nach Hause kommen, wo sich - auch wenn man Jahre lang nicht dort war - noch immer alles ganz vertraut anfühlt.
Ich muss mich nicht eingewöhnen, wie das erste Mal, als ich ins Kloster kam. Im Gegenteil - schon nach wenigen Tagen fühlt es sich fast an, als wäre ich nie weg gewesen.
Ich bin glücklich hier. Und es ist für mich ganz natürlich mehrmals am Tag in der Kirche die Psalmen zu singen, an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten nicht zu sprechen, in allem die Rangfolge zu beachten und mit Schwestern zusammen zu leben. Es scheint mir das natürlichste von der Welt zu sein, wieder im Kloster zu leben. Alles passt und ist stimmig und ich freue mich enorm auf die drei Jahre, die jetzt vor mir liegen.
So schön es in den letzten drei Jahren auch immer wieder gewesen sein mag - die Nächsten drei versprechen noch viel besser zu werden!