Dienstag, 13. Dezember 2016

ein besonderer Ort

Die drei Fenster in der Morgensonne

Helfta wächst mir mehr und mehr ans Herz. Als ich hier ankam, dachte ich noch: "Ich liebe es hier zu sein. Nicht in erster Linie wegen des Ortes oder der Gemeinschaft, sondern vor allem weil ich das Leben hier liebe." Ich liebe den monastischen Rhythmus des Tages, die Ausrichtung auf Gott, das Zeit-haben fürs Gebet, das Leben in Gemeinschaft, die vielfältigen Herausforderungen jeden Tag. Es gibt einfach kein Leben, das ich lieber leben würde, als das klösterliche.

Sonnenaufgang von meinem Fenster aus gesehen

In den letzten Wochen ist mir dann immer wieder bewusst geworden, dass auch meine Liebe zu diesem Ort stetig zunimmt. Die Atmosphäre morgens in der Kirche, bevor der Tag beginnt und wenn nur zwei Kerzen den Kirchenraum schwach erleuchten. Der Himmel über Helfta, der mir jeden Tag aufs neue den Atem raubt. Die Kirchenfenster, durch die am Vormittag das Sonnenlicht fällt und die schon hier waren, als die heilige Gertrud hier lebte. Der Reiher, der täglich in unseren Teichen fischt. Das Refektorium, das schlicht und schön ist. Die Krypta aus der man immer wieder wie aus dem Inneren der göttlichen Gebärmutter hervortritt ans Licht...

Blick aus der Krypta in den Kirchenraum

Helfta ist ein besonderer Ort, den ich mittlerweile fest in mein Herz geschlossen habe. Auf den ersten Blick ist es nicht der schönste Ort, an dem ich je war (im Ernst: wie konnte man sich für diese Farbe beim Verputzen der Häuser entscheiden?), aber je länger ich hier bin, desto mehr erspüre ich die kostbare Einzigartigkeit dieses Ortes.




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